Politik | Inland
13.06.2017

Mehr als 1.000 Bewerber für Düringers "Gilt"

Die Bewerbungsphase ist vorbei - jetzt sollen sich Interessierte beim "Politiker-Führerschein" beweisen.

Er persönlich will ja nicht ins Parlament – dafür mehr als 1.000 Interessierte, die sich seit Ende Mai für Roland Düringers Liste "Gilt" beworben haben - inklusive Lebenslauf und Motivationsschreiben. Bei der kommenden Nationalratswahl sollen sie es sein, die den "Ungültig- und Nicht-Wählern eine Stimme verleihen" – so sieht es jedenfalls das Konzept von Düringers Polit-Projekt vor.

Eingedampft werden soll das Bewerberfeld nun mit Hilfe eines so genannten "Politikerführerscheins": 36 Fragen Theorie zu Verfassung, Parlamentarismus, EU und dem Projekt selbst müssen im Multiple-Choice-Verfahren beantwortet werden.

Ein Beispiel: Aktiv wahlberechtigt in Österreich sind...

  • Österreichische Staatsbürger, die das 16. Lebensjahr vollendet haben.
  • Alle im Inland ansässigen EU-Bürger, die das 16. Lebensjahr vollendet haben
  • Alle Bürger, die das 16. Lebensjahr vollendet haben und in Österreich Steuern zahlen
  • Österreichische Männer ziwschen 18 und 65.

Bei persönlichen Treffen mit Düringer in ganz Österreich soll im Anschluss die "praktische Prüfung" folgen. Insgesamt wolle man 40 bis 50 Personen aufstellen, heißt es gegenüber dem KURIER aus dem Kampagnenbüro. "Und dann muss ich mir noch überlegen, wer weiterkommt, oder nicht", kündigte Düringer auf Facebook an. Die letzte Entscheidung werde dann das Los treffen. Die Listenplätze 2 – 20 sollen zufällig vergeben werden. Nur der Spitzenplatz ist im Wahlkampf für Düringer reserviert. Ins Parlament will der Kabarettist, der seine Aufgabe "eher als die eines Taxlers" beschreibt, im Falle eines Wahlerfolges ja bekanntlich nicht einziehen.

Unterstützungserklärungen fehlen noch

Zuvor müssen jedoch noch die 2.600 Unterstützungserklärungen, die überhaupt zum Antritt bei der Nationalratswahl berechtigen, gesammelt werden. Mit Hilfe des Bewerbungsprozesses dürfte diese Hürde kein allzu großes Problem mehr darstellen. Denn auch das gehört unter dem Punkt "Begeisterungsfähigkeit" zur "praktischen Prüfung" bei Gilt: Jeder potenzielle Kandidat ist dazu aufgerufen, mindestens zehn Unterstützungserklärungen zu sammeln. Im Kampagnenbüro von "Gilt" ist man jedenfalls zuversichtlich, die Unterschriften rechtzeitig bis Mitte August beisammen zu haben.

Fehlt nur noch ein Programm, eigentlich: Im kleinen Handout für Interessierte heißt es aktuell noch sehr allgemein: "Politik soll nicht nur dem eigenen Erwerbszweck dienen, sondern definierten Interessen und in jedem Fall für das Gemeinwohl der Republik Österreich eintreten."

Mitte Februar meinte Roland Düringer im KURIER-Interview noch, ein Programm werde es nicht geben. Wie werden diese "definierten Interessen" also genau aussehen? Das werde derzeit noch geprüft, heißt es aus dem Gilt-Büro. Man überlege Modelle der direkten Demokratie. Im Wahlkampf wolle man sich aber jedenfalls auch konkret zu Themen äußern.