Politik | Inland
20.07.2017

Liste Pilz ist startklar: Erste 20 Kandidaten fix

Gestern zog Peter Pilz endgültig aus dem Grünen Klub aus. Die Liste Pilz nimmt Formen an.

Am Ende lief alles schnell und schmerzlos ab: Gestern um 13 Uhr waren die letzten Akten der Skandalcausen in den vergangenen 31 Jahren verpackt, das Wasser aus dem Piranha-Aquarium (zuletzt waren die Fische nur mehr Plastik-Attrappen ) ausgelassen und die Maschek-Puppe mit dem Pilz-Kopf ebenfalls verstaut. Der rote Umzugswagen hinter dem Burgtheater fuhr Richtung neues Büro in der Nähe der Favoritenstraße los.

Der letzte grüne Mohikaner, der noch beim ersten Einzug ins Parlament 1986 mit dabei war, sagte seiner Partei nach 31 gemeinsamen Jahren Adieu. Peter Pilz (63) ging es dabei sichtbar gut. Mehr noch: Er schien erleichtert, das Kapitel ohne Rosenkrieg abschließen zu können.

"Bin sehr zufrieden"

Selbst wenn die Grünen am Ende doch noch eine kleine, aber unfeine Überraschung für Pilz parat hatten. Seine parlamentarischen Mitarbeiter durfte er nicht mit in seine neue Heimat nehmen. "Obwohl sie mir rechtlich zustehen", meint Pilz schulterzuckend. Und meint weiter: "Aber sei’s drum". An Angeboten für Mitarbeiter mangelt es dem letzten Gründervater der Grünen, der noch politisch aktiv ist, offenbar nicht. Auch seine Ankündigung mit einer eigenen Liste zur Nationalratswahl am 15. Oktober antreten zu wollen, wird realistischer. "Heute bin ich sehr zufrieden." Denn die ersten 20 Kandidaten für die benötigten Wahllisten seien schon fix besetzt.

Deadline Mitte August

Mit den restlichen Listenplätzen will er sich Zeit lassen. "Die Deadline ist ja erst Mitte August". Auch wenn Pilz sonst redselig ist, fragt man ihn nach den Personen, die für ihn antreten sollen, wird er schweigsam. Denn kommende Woche will der Medienprofi sein Antreten wie immer medial groß inszenieren.

Pilz will auch danach Gelassenheit demonstrieren: "Entweder sitze ich im Herbst im Parlament oder am Naschmarkt." Seine Wahl-Kampagne habe er schon fertig im Kopf. Eine mögliche Wahlkampfleiterin ist mit Romana Bartl bereits fix an Bord. Fehlt nur noch die Umsetzung. Dafür braucht er nolens volens Geld, das Pilz über Crowdfunding aufstellen will, und detto ein Wahlkampfteam.

103.779 Euro für Kurz

Während Pilz noch mit dem Ankündigen beschäftigt ist, sammelt ÖVP-Chef Sebastian Kurz schon eifrig Spenden inklusive eines Großspenders. Bis Mittwochmorgen haben laut Parteiangaben 831 Spender 103.779 Euro für den Wahlkampf gespendet. Durchschnittlich sind dies knapp 125 Euro. Die Gesamtsumme der Spenden, die bis Ende Juli einlangt, wird nun von KTM-Chef und Kurz-Fan Stefan Pierer verdoppelt.