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Politik | Inland
10/07/2014

Liberale Muslime mobilisieren gegen Radikale

Neue Plattform gegen radikalen Islam und Dschihadismus.

Viele liberale Muslime in Österreich wollen nicht länger zusehen, was „der politische Islam als Hintergrund aller Terror-Organisationen anrichtet und auch die Sicherheit Österreichs aufs Spiel setzt“, sagt Amer Albayati von der Initiative Liberaler Muslime.

In einer Pressekonferenz in Wien stellte er am Dienstag eine Plattform gegen radikalen Islam und Dschihadismus vor, der Vertreter der Zivilgesellschaft und Wissenschaftler angehören. Der Politologe und Publizist Michael Ley warnt vor „dem religiösen Totalitarismus des Islamischen Staates“. Ley setzt sich für Religionskritik ein, „die mit Islamophobie nichts zu tun hat“. Er plädiert dafür, dass „Religionsfreiheit nur im Rahmen des Rechtsstaates gewährt werden kann“.

Unterrichtskontrolle

Ein besonderes Anliegen ist der Plattform die Kontrolle des islamischen Religionsunterrichtes. Die staatlichen Stellen seien aufgerufen, ein scharfes Auge auf die Lehrinhalte zu werfen. Die Antwort aus dem Büro von Integrationsminister Sebastian Kurz (ÖVP) kommt prompt: „Wir unterstützen alles, was Radikalisierung verhindert.“ Im Kultusministerium von Josef Ostermayer (SPÖ) heißt es, dass „alle Initiativen, die den Dialog zwischen den Religionen fördern, von der Bundesregierung unterstützt werden“.

Massiv kritisieren die liberalen Muslime die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ). „Sie huldigt dem radikalen Islam“, behauptet Albayati. Für seine Organisation nimmt er in Anspruch, den Islam reformieren zu wollen und „an heutige Bedürfnisse anzupassen, um radikalen Strömungen Paroli zu bieten“.

Laut Birol Kilic von der Türkischen Kulturgemeinde Österreich verstehen sich „mehr als zwei Drittel der rund 500.000 in Österreich lebenden Muslime als liberale Muslime“.