Politik | Inland
31.01.2018

Leoben: Burschenschaft Leder distanziert sich von Flyer-Sujet

Bild eines Malers mit NS-Hintergrund auf Flugblatt, dies war "nicht bekannt". Inhaltliche Aussage gegen Ehe für Homosexuelle bleibt aufrecht.

Die Leobner Burschenschaft Leder hat sich am Mittwoch zu ihrem Flugblatt zu Wort gemeldet, das jüngst für Wirbel gesorgt hatte. Dass man bei der Sujet-Auswahl ein Bild des nationalsozialistischen Malers Wolfgang Willrich verwendete, sei nicht intendiert gewesen, man habe von diesem Hintergrund nichts gewusst. An der grundsätzlichen Aussage, nämlich gegen die Ehe für Homosexuelle, halte man fest.

"Inhalt entspricht unserer Überzeugung"

"Diese Meinung bleibt aufrecht, der geschriebene Inhalt entspricht unserer Überzeugung", hieß es in einer Aussendung der Burschenschaft. Sie hatten auf dem Flyer ein Familienbild von Willrich und ein schwules Paar bei einer Parade gegenübergestellt. Die Bildauswahl selbst aber beabsichtige "keine bewusste politische Intention ist und keine Bezugnahme zu den Ereignissen der Jahre 1933 bis 1945", versicherte die Burschenschaft. Man habe das Sujet "in Hinblick auf ein traditionelles Familienbild" ausgesucht. "Die Hintergründe des Künstlers sowie dessen Lebenslauf waren nicht recherchiert und damit nicht bekannt."

Ausdrückliche Ablehnung der "Ideologie des Nationalsozialismus"

Künftig werde eine "gründliche Abklärung zwingend, denn wir wollen nicht, dass eine nicht intendierte Auslegung den Inhalt überdeckt", so Leder weiter. Zugleich bemühte sich die Burschenschaft um die Klarstellung, "dass sie jede Form von totalitären, menschenverachtenden und verfassungswidrigen Ideologien ablehnt, insbesondere und ausdrücklich auch die Ideologie des Nationalsozialismus". Man sehe sich "im Sinne der Tradition der Urburschenschaft den verfassungsmäßigen Grundrechten wie Meinungsfreiheit, Pressefreiheit und Versammlungsfreiheit sowie den demokratischen und rechtsstaatlichen Grundprinzipien verpflichtet".

Zudem habe man mit dem Flugblatt der Montanuniversität Leoben und ihren Angehörigen keinesfalls schaden wollen. Auf der Uni sei nämlich "ein offener Diskurs noch möglich", dort könnten "viele verschiedene studentische Gruppen, darunter selbstverständlich auch die Korporationen, in einem von Kollegialität und wechselseitiger Toleranz geprägten Klima miteinander studieren".