Politik | Inland
26.10.2017

Kurz-Tweet sorgt in Deutschland für Irritation

Am Nationalfeiertag twitterte Außenminister Sebastian Kurz fleißig. Ein Tweet von ihm löste eine Welle von Kritik aus.

Außenminister Sebastian Kurz von der ÖVP sieht sich wegen eines Tweets mit einer Menge Kritik konfrontiert. Der 31-Jährige twitterte am Nationalfeiertag: "Gedenken an die gefallenen Soldaten & Opfer des Widerstands gegen den Nationalsozialismus". Ein Wording, das auch diverse Medien verwendeten, und als unglücklich und missverständlich bezeichnet werden kann.

Daraufhin fragten zahlreiche User über die Sinnhaftigkeit des Tweets und verurteilten diese Aussage scharf. Der deutsche Fernsehmoderator Jan Böhmermann warf Kurz Geschichtsrevisionismus vor und verglich Österreich mit der dystopischen TV-Serie "Black Mirror".

Die Reaktionen auf den Tweet waren fast ausschließlich negativ. Viele vermuteten eine Anbiederung an die FPÖ, mit der sich die türkise ÖVP in Regierungsverhandlungen befindet.

Update: Aus dem Außenministerium heißt es unterdessen, dass der Tweet des Ministers sich natürlich auf die Opfer unter den Widerstands- und Freiheitskämpfern bezieht, und dass man allen Opfern des Nationalsozialismus gedenkt. Bundeskanzler Christian Kern schrieb in einem Facebook-Posting am Nationalfeiertag 2016: "Heute feiern wir die Neutralität Österreichs. Mit Kranzniederlegungen beim Äußeren Burgtor zum Gedenken an die toten Soldaten und Opfer des Widerstandes hat der Nationalfeiertag begonnen."