Politik | Inland
08.10.2017

KURIER-OGM-Umfrage: Kurz bleibt vor Kern und Strache

Trotz der Causa Silberstein hält SPÖ noch Platz zwei. Polarisierung im Finale kostet kleineren Parteien Stimmen.

Mehrmals täglich bezichtigten sich SPÖ und ÖVP vergangene Woche des Dirty Campaignings und kündigten wechselseitig Klagen und Anzeigen an. "Sachthemen sind vollkommen in den Hintergrund, die Drecksschleudereien in den Fokus gerückt", sagt OGM-Chef Wolfgang Bachmayer. "Doch die erfreuliche Botschaft vorab: Es gibt klare Indizien, dass die Wahlbeteiligung zunehmen wird." 79 Prozent werden "sehr sicher" zur Wahl gehen. (Bei der NR-Wahl 2013 lag diese bei 74,9 Prozent).

Wagenburg-Mentalität

Grund für Bachmayer ist "das Überangebot im TV, das für höhere Quoten und ein gesteigertes Interesse der Wähler gesorgt hat." Dass Kanzler Christian Kern trotz aller Vorhalte gegen ihn und die SPÖ nicht an Stimmen einbüßen musste – die SPÖ rangiert stabil bei 27 Prozent, gewann sogar ein Prozent – könnte zwei Umständen geschuldet sein, so der OGM-Chef. Erstens sei die Causa Silberstein "noch nicht bei allen Wählern durchgesickert." Das dauere durchschnittlich zwei Wochen. (Der Befragungszeitraum lag zwischen 29. September – also noch vor dem Rücktritt von SP-Geschäftsführer Georg Niedermühlbichler – und 5. Oktober 2017.) Zweitens, so Bachmayer, könnte bei den SPÖ-Wählern "eine Wagenburg-Mentalität" entstanden sein. "Die Wähler scharen sich hinter dem angegriffenen Kandidaten – also Kanzler Kern."

Die SPÖ-Wähler stehen auch zur Ansage des Kanzlers und SPÖ-Chefs, auf Platz zwei in Opposition zu gehen: 48 Prozent der SP-Wähler sind für die Oppositionsrolle, 42 für eine Regierungsbeteiligung. Ebendort wollen die Sozialdemokraten auch erstaunlich viele Grün-Wähler (49 Prozent) sehen; nur 14 Prozent der FPÖ-Wähler wollen die SPÖ in der Regierung.

Vier-Prozent-Hürde

Gleichzeitig, so das Ergebnis der aktuellen KURIER-OGM-Umfrage, verharren Kerns Kontrahenten auf ihren seit Wochen angestammten Plätzen: ÖVP-Chef Sebastian Kurz rangiert mit 33 Prozent auf Platz eins, FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache unverändert mit 25 Prozent auf Platz drei. Während die Neos seit geraumer Zeit stabil bei fünf Prozent liegen, müssen die Grünen und die Liste von Peter Pilz um den Einzug ins Parlament fürchten.

Gemäß OGM-Umfrage könnte die Grüne Spitzenkandidatin Ulrike Lunacek als auch ihr Ex-Parteikollege Pilz an der Vier-Prozent-Hürde scheitern.