Josef Bucher im Faktencheck

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Josef Bucher im Faktencheck
09/04/2013

Josef Bucher im Faktencheck

Josef Buchers Aussagen auf dem Prüfstand - wie wahr sind die Wahlkampf-Aussagen des BZÖ-Chefs?

Josef Bucher ist kein zweiter Jörg Haider – dies bedarf wohl keiner weiteren Erklärung. Seit 2009 versucht der gebürtige Kärntner dennoch, die großen Schuhe seines Vorgängers auszufüllen. Und das letzte Projekts Haiders, das Bündnis Zukunft Österreich, über der Wahrnehmungsschwelle zu halten.

Buchers Karrierestationen vor seinem Antritt als BZÖ-Chef waren eher touristischer Natur. Neben den Hotels Ananas und Bristol steht auch die MS Vistafjord in seinem Lebenslauf; ebenso die Tätigkeit als Geschäftsführer des BÖG - des Bundes Österreichischer Gastlichkeit. Bis 2006 war Bucher zudem Landestourismusdirektor in Kärnten.

Ob das BZÖ unter Seppi Bucher eine weitere Periode im Nationalrat absolvieren wird, scheint derzeit noch fraglich – Buchers Credo für den Wahlgang heuer: „Denn sie wissen nicht, was sie tun“, liest man auf den BZÖ-Plakaten. Gemeint sind damit freilich die Großparteien und die „EU-Bosse“, ganz im Stile Haiders. Beim letzten Urnengang erreichte man mit diesen Parolen 10,7 Prozent. Mit Haider als Obmann, allerdings.

Josef Bucher im Faktencheck

„Sie vergessen die 200.000 Frühpensionisten. In anderen Ländern werden die zu den Arbeitslosen gerechnet, nur in Österreich nicht.“

- Josef Bucher, BZÖ-Obmann

Die Arbeitslosigkeit in Österreich sei in Wahrheit viel höher und mitnichten die niedrigste in Europa, wollte BZÖ-Chef Josef Bucher im ORF-Duell gegen Kanzler Werner Faymann (SPÖ) glauben machen. Sein Hauptargument: Die Regierung trickse bei der Statistik und vergesse – absichtlich – auf 200.000 Frühpensionisten. Bei aktuell rund 320.000 offiziell Menschen auf Arbeitssuche. Doch da macht es sich Bucher zu einfach.

In keinem Land der EU werden Pensionisten in der Arbeitslosenstatistik geführt – völlig unabhängig ob Frühpensionisten oder sonstige Pensionsbezieher. Eurostat, das Statistikamt der EU mit Sitz in Luxemburg, führt europaweit einheitliche Statistiken. Nach diesen Daten hat Österreich mit 4,8 Prozent die niedrigste Arbeitslosenrate in der EU.

Diese Rate errechnet sich aus dem „Arbeitskräftepotenzial“ (=Summe aus Selbstständigen, Unselbstständigen, Arbeitslosen, mithelfenden Familienangehörigen etc.) dividiert durch die Zahl der Arbeitslosen. Daraus folgt: Vor allem wegen des hohen Beschäftigungsniveaus ist Österreichs Arbeitslosenquote im Vergleich zu anderen EU-Ländern gering.

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