Politik | Inland
16.04.2017

Kopf an Kopf: Kern nur knapp vor Kurz

Als Spitzenkandidat weitgehend unbestritten ist im Augenblick nur SPÖ-Newcomer Kern.

Die Österreicher sind gegen eine Vorverlegung der Nationalratswahl 2018. In der Kanzlerfrage hat Amtsinhaber Christian Kern nur einen kleinen Vorsprung vor Sebastian Kurz. Und: Teils wünschen sich die Wähler ganz andere Spitzenkandidaten. Das sind die zentralen Ergebnisse einer neuen KURIER-OGM-Umfrage rund um die Neuwahl-Spekulationen.

Im Detail zeigt sich: In der ÖVP scheint die Ablöse von Parteichef Reinhold Mitterlehner durch Außenminister Sebastian Kurz nur noch eine Frage der Zeit zu sein. 65 Prozent der Österreicher sagen, Kurz wäre für die Volkspartei der bessere Spitzenkandidat. Fragt man nur ÖVP-Wähler, sagen das sogar 76 Prozent. Für Mitterlehner sind nur noch 24 Prozent der eigenen Anhänger.

Hofer vor Strache

Sehr spannend könnte es noch in der FPÖ werden: Zwar stehen die eigenen Wähler mehrheitlich hinter Parteichef Heinz-Christian Strache, doch Norbert Hofer hat als "braver Blauer" viele Sympathisanten in anderen Parteien. Fragt man nicht nur eingefleischte FPÖ-Anhänger, sondern alle potenziellen Wähler, dann liegt der freiheitliche Hofburg-Kandidat mit 35 zu 29 Prozent klar vor Strache.

Bei der SPÖ ist Parteichef Christian Kern unbestritten. Der mögliche Herausforderer Hans Peter Doskozil kommt mit 16 Prozent bei SP-Wählern nicht an die Werte Kerns (79 Prozent) heran. Nach den Querelen mit den Jung-Grünen ist die Umfrage ein weiteres Alarmsignal für Eva Glawischnig. Nur 53 Prozent der Grün-Wähler wollen sie an der Spitze der Partei sehen – die geringste Zustimmung unter allen Parteichefs. De facto gleich auf liegt sie mit Peter Pilz, wenn man alle Wähler befragt.

Für Neos-Wähler heißt der Spitzenkandidat weiterhin: Matthias Strolz. Doch insgesamt könnten sich mehr Wähler Irmgard Griss an der Spitze der Pinken vorstellen.

Ein hartes Match liefern sich in der Umfrage Kanzler Kern und ÖVP-Hoffnungsträger Kurz. Trotz seines Bonus als Amtsinhaber liegt Kern in der Kanzlerfrage nur zwei Prozentpunkte vorne. OGM-Chef Wolfgang Bachmayer sagt: "Der Platz 1 für Kern ist ein Muss. Bei Wählern von Rot und Schwarz liegen beide de facto gleich auf. Das Zünglein an der Waage sind Grüne und Neos. Daher hat Kern knapp die Nase vorne."