41 Prozent der Befragten haben gute Meinung vom neuen SP-Chef und Kanzler Christian Kern

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Politik | Inland
05/14/2016

Kern startet mit hohen Erwartungen – und viel Begrüßungsapplaus

Die Mehrheit traut ihm zu, die SPÖ zu sanieren. Kern kommt vor allem bei Jungen und der Wirtschaft gut an.

Mit aller noch verbliebenen Kraft hatte Werner Faymann hinter den Kulissen versucht, seine Demontage als Kanzler und SPÖ-Chef zu verhindern. Als er merkte, dass die Mehrheit in Ländern und Gewerkschaft nicht mehr hinter ihm stand, kam er der Ablöse zuvor. Wie bewerten das die Österreicher? Die jüngste OGM-Umfrage für den KURIER ergibt: Eine große Mehrheit (Grafik) meint, Faymann habe das Richtige getan. Auch das Gros der SPÖ-Wähler sieht das so. OGM-Forscherin Karin Cvrtila: "Faymann wird keine Träne nachgeweint."

Als Nachfolger waren mehrere Männer gehandelt worden: ÖBB-Chef Christian Kern, Heeresminister Hans Peter Doskozil, Medienmanager Gerhard Zeiler und SPÖ-Klubchef Andreas Schieder.

Mit Kern ist in den Augen der Österreicher die derzeit beste Wahl getroffen worden. Eine Mehrheit von 41 Prozent der Österreicher hat von ihm eine gute Meinung, nur 21 Prozent befinden das Gegenteil. Die restlichen 38 Prozent haben keine Meinung. Sie kennen den Neo-Kanzler noch nicht. Auch bei SPÖ-Anhängern ist Kern am besten von den Genannten angeschrieben: 52 Prozent beurteilen ihn positiv, acht Prozent negativ. Am wenigsten wäre Zeiler – weil weithin unbekannt – angekommen (29 Prozent: gute Meinung).

Ähnlich das Ergebnis auf die Frage, wem am ehesten zugetraut wird, die Partei zu einen. Auch da führt Kern bei der Gesamtbevölkerung und bei Rot-Fans. Cvrtila: "In ihn wird die größte Hoffnung gesetzt." Und wer könnte die marode SPÖ wieder auf Erfolgskurs zu bringen? Auch da liegt Kern klar vor Doskozil, Zeiler und Schieder. Und bei welchen Gruppen kommt Kern aus Sicht der Befragten am besten an? Bei Jüngeren. "Die SPÖ hat ein Wähler-Nachwuchsproblem. Das könnte Kern mildern", sagt OGM-Expertin Cvrtila.

Bei Wirtschaftstreibenden werde der Neue ebenfalls Anklang finden – "weil er als bisheriger Manager als Fachmann gesehen wird. Da hatte Faymann ein Manko." Eine Mehrheit geht zudem davon aus, dass Kern so auch beim rechten Parteiflügel punktet. Cvrtilas Fazit: "Kern startet mit Vorschusslorbeeren. Die Erwartungen in ihn sind hoch. Es wird schwer, sie zu erfüllen."