Politik | Inland
05.03.2018

Kanzler Kurz in Rom: "Stille Nacht" für den Papst

Salzburgs Landeshauptmann Haslauer begleitete den Kanzler bei seinem ersten Arbeitsbesuch im Vatikan und lud Kirchenoberhaupt nach Salzburg ein.

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) besuchte heute, Montag, Papst Franziskus. Im Mittelpunkt der Gespräche standen aktuelle Krisen wie die Kämpfe in Syrien und der Ukraine, das Migrationsthema, die Verfolgung der Christen im Nahen Osten, der Einsatz für eine atomwaffenfreie Welt oder die Bedeutung kirchlicher Einrichtungen für das Gemeinwesen in Österreich stehen.

Als Geschenk überreichte Kurz dem katholischen Kirchenoberhaupt ein Faksimile des weltbekannten Weihnachtsliedes "Stille Nacht", das heuer den 200. Jahrestag feiert - inklusive Buch und CD.

Der mitreisende Salzburger Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) hat darüber hinaus persönlich dem Papst zum Jubiläum nach Salzburg einladen.

Eine schriftliche Einladung war bereits im vergangenen Mai an den Vatikan verschickt worden. Am Heiligen Abend 1818 hatte der Dorfschullehrer und Organist Franz Xaver Gruber seine Vertonung des vom katholischen Priester Joseph Mohr verfassten Textes in Oberndorf bei Salzburg erstmals zu Gehör gebracht.

Im Anschluss an das Vier-Augen-Gespräch des Kanzlers mit dem Papst ist ein Delegationstreffen mit Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin geplant.

Kurz hofft auf "proeuropäische Regierung" in Rom

Es ist nicht die erste Begegnung von Kurz mit Franziskus. Im April 2015 hatte er ihn noch als Außenminister im Vatikan besucht. Zuletzt war aus Österreich Außenministerin Karin Kneissl (FPÖ) im Jänner bei einer OSZE-Konferenz gegen Antisemitismus in Rom gewesen und hatte dort gemeinsam mit anderen Konferenzdelegierten auch das Kirchenoberhaupt getroffen. Bundespräsident Alexander Van der Bellen hatte dem Pontifex im vergangenen November einen Besuch abgestattet.

Am Rande seines Besuchs im Vatikan brachte Kurz in Hinblick auf die Wahl in Italien gestern, Sonntag, seine Hoffnung auf eine proeuropäische Regierung in Italien zum Ausdruck. „Wir hoffen auf eine proeuropäische Regierung und eine gute Zusammenarbeit“, sagte er der APA am Montag in Rom. Er wies allerdings darauf hin, dass eine künftige Regierungsbildung in Italien angesichts des Ergebnisses „eine gewisse Herausforderung“ sein wird.