Politik | Inland
26.02.2018

Kärnten: FPÖ gibt Duell mit SPÖ auf, hofft auf ÖVP

In Kärnten geht selbst die FPÖ vom SPÖ-Wahlsieg aus, will Landeschef Kaiser trotzdem mit ÖVP-Hilfe ablösen.

Zugewinne für SPÖ, FPÖ und ÖVP – was in Tirol bereits Realität ist, wird für Kärnten für die Wahl am kommenden Sonntag prognostiziert. Der Unterschied zu Tirol: In Kärnten könnte Landeshauptmann Peter Kaiser auch im Fall seines Wahlsiegs bei der anschließenden Landeshauptmann-Kür im Landtag von FPÖ-Spitzenkandidat Gernot Darmann ausgebremst werden.

44 Prozent für die SPÖ (2013 waren es 37,1), 24 Prozent für die FPÖ (2013: 16,9) und 18 Prozent für die ÖVP (2013: 14,4) weist eine OGM-Umfrage für die Landtagswahl am 4. März aus, alle anderen Parteien drohen an der Fünf-Prozent-Hürde zu scheitern. Darmann, der 2016 von FPÖ-Chef Strache den Auftrag bekam, Nummer eins und Landeshauptmann zu werden, nennt plötzlich nur "26 Prozent plus" als Wahlziel.

Die von SPÖ, ÖVP und Grünen realisierte Abschaffung des Proporzes habe Darmann jedoch eine neue Option eröffnet: " Kaiser als Wahlsieger kann als Erster den Versuch starten, eine Koalition zu bilden. Sollte er scheitern, liegt es in der Verantwortung des Zweiten, eine Regierung zustande zu bringen." Als Partner hat Darmann die ÖVP im Sinn. Dass er und VP-Chef Christian Benger nicht immer auf derselben Wellenlänge liegen, wischt Darmann vom Tisch: "Ich glaube, Benger ist nach der Wahl Geschichte."

Benger stellt seine Ablöse in Abrede und geht auf Distanz zu seinen derzeitigen Koalitionspartnern SPÖ und Grünen: "Seit der Erledigung der Hypo-Causa sind die Unterschiede zu SPÖ und Grünen deutlich geworden."Kaiser wiederum meint, es sei der Wählerwille, dass die stärkste Partei den Landeshauptmann stellt, aber er würde auch "andere Entscheidungen akzeptieren".