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Politik Inland
02/02/2019

Israels Botschafterin: "Regierungsprogramm der VP-FP-Regierung am meisten pro-israelisch"

Talya Lador-Fresher, Botschafterin Israels in Österreich, über die schreckliche Vergangenheit und die Lebensfreude

von Johanna Hager

KURIER: Wie ist Ihre derzeitige Beziehung mit der Bundesregierung?

Talya Lador-Fresher: Es ist ein interessantes Paradoxon: Auf der einen Seite reden wir mit der einen Hälfte der Regierung nicht beziehungsweise nur auf Beamten- aber nicht auf Ministerebene. Auf der anderen Seite pflegen wir sehr gute Beziehungen mit dem Kanzler und den ÖVP- Ministern. Generell muss man sagen: Im Vergleich zu allen anderen Vorgänger-Regierungen ist das Regierungsprogramm der ÖVP-FPÖ-Regierung am meisten pro-israelisch. So gesehen sind die Beziehungen zwischen Israel und Österreich noch nie so gut gewesen. Die wirtschaftlichen Beziehungen nehmen zu, der Tourismus und das Verständnis für einander nimmt zu. Immer mehr österreichische Politiker verstehen, dass Israel in einer sehr komplexen, hochpolitischen und teils sehr volatilen Region im Mittleren Osten besondere Sicherheitsbedürfnisse hat.

Was erwarten Sie vom ersten Besuch von Bundespräsident Alexander Van der Bellen in Israel?

Lassen Sie mich mit einem Bild sprechen. Um Schritte vorwärts zu machen braucht man beide Beine. In den Beziehungen zwischen Österreich und Israel ist immer ein Bein in der schrecklichen Vergangenheit und das zweite Bein in der Zukunft. Ich hoffe, dass während diesem Besuch von Bundespräsident Van der Bellen auch Schritte in die Zukunft gesetzt werden.  

 

Was zeigt die Zukunft?

Unsere Lebensfreude, unseren Aufschwung, unsere guten Beziehungen auch zu Österreich. Jede Woche gibt es allein 38 Flüge zwischen Schwechat und Tel Aviv. Israel ist nicht nur Vergangenheit und Erinnerung, sondern auch Gegenwart und Zukunft. Wir werden unsere bereits begonnene Zusammenarbeit fortführen. Bildungsminister Heinz Faßmann hat bei seinem letzten Besuch mit Bundeskanzler Sebastian Kurz bereits wissenschaftliche Kooperationen geschlossen, die jetzt weitergeführt werden sollen. Im Start-up-Bereich wird  Digitalisierungsministerin Margarete Schramböck die Beziehungen fortsetzen und, so hoffe ich, auch ausbauen.