Rudolf Hundstorfer: Kandidat Nummer vier im Rennen um die Hofburg

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Politik | Inland
01/16/2016

Hundstorfer: "Habe meine Humanität nicht abgegeben"

Der SPÖ-Kandidat für die Hofburg lehnt Obergrenzen für Kriegsflüchtlinge klar ab.

"Man muss das Ganze sportlich sehen": SPÖ-Kandidat Rudolf Hundstorfer geht gelassen in die Bundespräsidentenwahl, sagte er am Samstag in der Ö1-Radioreihe "Im Journal zu Gast". "Ich kann nicht in eine Kandidatur für das höchste Amt im Staat mit Angst gehen", sagte er auf die Frage, ob ihn das mögliche Verpassen der Stichwahl ängstige.

Und so habe er auch nicht gezögert, anzutreten, sagte Hundstorfer. "Dieser nicht unwesentliche Schritt brauche einen gewissen Reifungsprozess", so der scheidende Sozialminister. Diesen Reifungsprozess habe er sich sozusagen herausgenommen. Natürlich sei es sehr angenehm, wenn ihn die Partei sehr massiv unterstütze. "Aber Du musst allein entscheiden, weil es ist Dein Lebensweg."

"Es kann keine Festung Hofburg geben."

Eine Amtsvilla will er nicht, generell betonte er seine Volksnähe. "Es kann keine Festung Hofburg geben, sondern es kann nur eine offene Hofburg geben."

Erneut betonte Hundstorfer, dass er auch eine FPÖ-geführte Regierung angeloben würde. "Wenn eine stabile Konstellation nur möglich ist unter Einbeziehung dieser Partei, dann ist das so."

"Ich habe meine Humanität heute oder morgen nicht abgegeben."

In der Flüchtlingskrise beharrt Hundstorfer auf Humanität und ein sachliches Vorgehen. Für Menschen aus Kriegsgebieten, deren Heimat zerbombt sei, müsse es Antworten geben. Zahlenmäßige Obergrenzen lehnt er ab: "Ich habe meine Humanität heute oder morgen nicht abgegeben."

Bei Wirtschaftsflüchtlingen pocht Hundstorfer dagegen darauf, dass da bereits bei den Hot Spots selektiert werde. Eine gemeinsame Bemühung sei notwendig, sonst "kann sich Europa vergessen".

In Sachen Krisenfestigkeit verwies Hundstorfer auf seine Übernahme des Gewerkschaftsbundes in Zeiten der Turbulenzen um die Bawag. "Ja, das Wort Krise ist bei mir kein Fremdwort."