Politik | Inland
01.11.2017

Holocaust-Überlebender warnt vor FPÖ und erntet Hasspostings

Video von "SOS Mitmensch" mit KZ-Überlebendem Rudolf Gelbard sorgt für heftige Reaktionen im Internet.

Am 2. Oktober 1942 wurden Rudolf Gelbard und seine Familie nach Theresienstadt deportiert. Er überlebte den Zweiten Weltkrieg, aus seiner Familie sonst kaum jemand. "19 Mitglieder meiner Familie wurden ermordet", gibt er in einem aktuellen Video zu Protokoll. Als ehemaliger KZ-Häftling ist er einer der bekanntesten noch lebenden Zeitzeugen Österreichs.

In einem vor wenigen Tagen von "SOS Mitmensch" veröffentlichten Video nimmt Gelbard zum Ausgang der Nationalratswahlen bzw. zu den Regierungsverhandlungen Stellung.

FPÖ gehöre "nicht in die Bundesregierung"

Ihn treffe es "besonders, dass durch den jetzigen Wahlausgang eine Partei stark gewonnen hat, die von den Burschenschaften durchsetzt wird." Im Folgenden zählt er mehrere Beispiele auf, warum ihn das "so irritiert". Unter anderem, "dass die Aula - die Zeitschrift der Freiheitlichen Akademiker – uns ehemalige KZ-Häftlinge als Verbrecher bezeichnet hat."

Sein Fazit: Deshalb gehöre "eine solche Partei, die von solchen Leuten durchsetzt wird, nämlich diesen Burschenschaftern, nicht in die österreichische Bundesregierung."

Hasserfüllte Kommentare

Es habe mehrmals "eine Welle an scharfen und teils hetzerischen Angriffen" auf der Facebook-Seite von "SOS Mitmensch" gegeben, so Sprecher Alexander Pollak zum Standard. Auch das Video mit Gelbard sei betroffen, die NGO habe daher eine "Reihe an Löschungen und Sperren vornehmen müssen", so Pollak.

Eine Userin habe etwa von einer "im Hirn total benebelten Birne" und linker Hetze geschrieben. Andere User leugneten den Holocaust, "es gibt auch Zeitzeugen, die das Gegenteil behaupten", zitiert der Standard.

>>> Zum KURIER-Interview mit Rudolf Gelbard: "Ein Verbrechern, dass unfassbar bleibt"