Politik | Inland 02.12.2016

Interesse an TV-Duellen ist gesunken

Mäßiges Interesse beim ORF-Duell © Bild: REUTERS/LEONHARD FOEGER

Im Schnitt sahen nur 844.000 die ORF-Wahlkonfrontation zwischen Norbert Hofer und Alexander Van der Bellen. Im Mai waren es noch 1,2 Millionen Seher.

Es dürfte dem langen Wahlkampf - der bisher längste in Österreich - geschuldet sein, dass das Interesse an TV-Duellen zwischen Norbert Hofer und Alexander Van der Bellen langsam abebbt. Am Donnerstag sahen nur 844.000 Menschen, wie sich die Präsidentschaftskandidaten im ORF medial in Szene setzten, indem sie sich heftig attackierten. Das entspricht laut Daten der Arbeitsgemeinschaft TELETEST (AGTT) einem Marktanteil von 30 Prozent.

Vor der ersten Stichwahl im Mai (mehr dazu hier) sahen immerhin 1.213.000 Personen beim ORF-Duell zu, das als das "letzte Duell" bezeichnet wurde. Bei "Die 2 im Gespräch" im April hatten die Stichwahl-Duellanten 889.000 Zuseher - bei diesem ORF-Format waren fünf Hofburg-Anwärter beteiligt (Andreas Khol, Rudolf Hundstorfer, Irmgard Griss, Alexander Van der Bellen & Norbert Hofer; mehr dazu hier).

Hofer bei Lügen-"Count" im TV-Duell weit vorne

Ein interessante Analyse des ORF-Duells am Donnerstag liefert APA-DeFacto. Das Medienbeobachtungsunternehmen widmete sich dem Wort "Lüge". Den sogenannten Lügen-"Count" konnte Hofer dabei ganz klar für sich entscheiden. Hofer sprach in Richtung seines Kontrahenten und anderer Akteure demnach gleich 24 Mal von Lüge beziehungsweise Unwahrheit, bei Van der Bellen war dies drei Mal der Fall. (Das Duell wurde zur Schlammschlacht)

Hofer verwendete sieben Mal das Wort "Lüge", drei Mal "lügen", zwölf Mal " Unwahrheit" und zwei Mal "unwahr". Zurückhaltender und staatstragender Van der Bellen: Er verwendete einmal das Wort "Lüge", einmal "lügen" und einmal "unwahr". Das Wort "Unwahrheit" kam beim früheren Grünen-Chef gar nicht vor.

Privatsender ATV und Puls4

Laut TELETEST-Daten konnte der Privatsender ATV vor allem mit dem moderationslosen Gespräch am 15. Mai punkten - zumindest quotenmäßig. Im Durchschnitt verfolgten 432.000 Zuseher die Diskussion, in der die beiden Kandidaten einiges über sich offenbarten (mehr dazu lesen Sie hier). Im Gegensatz dazu sahen nur 285.000 Personen die letzte ATV-Konfrontation am vergangenen Sonntag (mehr dazu hier).

Der Privatsender Puls 4 konnte das meiste Interesse mit seiner "Elefantenrunde" am 3. April generieren: 383.000 sahen durchschnittlich zu (hier finden Sie die Highlights).

( kurier.at , jk ) Erstellt am 02.12.2016