Politik | Inland
16.01.2016

Auch Schüssel wurde als ÖVP-Kandidat angefragt

Krenkel managt Kandidat Khol. Dieser würde als Bundespräsident gerne Plassnik zu sich holen.

Der Bundespräsidentschaftskandidat der ÖVP, Andreas Khol, heuert einen erfahrenen Wahlkampfleiter für seine Kampagne an: den Werbefachmann Florian Krenkel. Er war bereits vor 12 Jahren Kampagnenleiter von Benita Ferrero-Waldner. Legendärer Slogan: "Die Erste, die mit 101 Staatschefs in deren Sprache spricht." Ferrero-Waldner wurde zwar bekanntlich nicht Bundespräsidentin, aber mit 48 Prozent Wählerzustimmung hat sie gegen ihren polit-gigantischen Konkurrenten Heinz Fischer glanzvoll abgeschnitten.

Auch gewisse Kampagnen-Elemente aus dem Wahlkampf 2004 werden heuer ein Revival erleben. Damals hatte die SPÖ Khol-Zitate über Fischer als Werbe-Inserate geschaltet: "Unser Land ist Heinz Fischer dankbar – er war und ist einer der großen Staatsmänner unserer Zeit." Gut möglich, dass die ÖVP im nun kommenden Wahlkampf auf den Zitatenschatz von Fischer über Khol zurückgreift. Fischer nannte Khol in einer Festschrift einen "fairen, politischen Gentleman", und einen "Österreich zutiefst verbundenen Politiker".

Schüssel lehnte ab

Khol war übrigens nicht der einzige ÖVP-Politiker, bei dem Parteichef Reinhold Mitterlehner wegen einer Hofburg-Kandidatur vorgefühlt hat. Nachdem Landeshauptmann Erwin Pröll am 17. Dezember mitgeteilt hatte, dass er nicht antreten wolle, sprach Mitterlehner Ex-Kanzler Wolfgang Schüssel auf eine Kandidatur an. Dieser lehnte aus politischen Gründen ab. Ex-Außenministerin Ursula Plassnik signalisierte vorbeugend, sie wolle aus privaten Gründen nicht kandidieren. Den Namen Khol brachte Oberösterreichs Alt-Landeshauptmann Josef Ratzenböck erstmals ins Spiel. Am 21. Dezember war Mitterlehner bei einer Ehrung in Oberösterreich. Da gab ihm Ratzenböck zu bedenken, er solle die Schlagkraft der Senioren nicht vergessen. Nach einer Nachdenkphase über Weihnachten kam Mitterlehner zum Schluss: Khol wäre der Beste.

Plassnik als rechte Hand?

Obwohl Plassnik nicht selbst antreten wollte, könnte die Spitzendiplomatin dennoch bald in die Hofburg übersiedeln. Wenn Khol Bundespräsident wird, will er sie bitten, seine rechte Hand zu werden. Plassnik war in den letzten Jahren Botschafterin in Paris und ist kürzlich nach Bern übersiedelt.

"Bundespräsident üben" wird Khol erstmals am 4. Februar auf dem Opernball. "Eigentlich haben meine Frau und ich beschlossen, nicht mehr auf Bälle zu gehen. Aber das wird sich jetzt wohl ändern", sagt Khol und denkt laut nach, wie viele seiner Orden er auf dem Opernball zu tragen verpflichtet ist.