Politik | Inland
30.01.2018

Häupl: "Personelle Angebote" werden nötig sein

Der Wiener Bürgermeister plant die Amtsübergabe weiterhin im Mai. Ein Vier-Augen-Gespräch mit Ludwig soll "demnächst" stattfinden.

Der scheidende Wiener Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) will sich in Personalangelegenheiten, was die zukünftige Stadtregierung unter seinem Nachfolger Michael Ludwig anbelangt, nicht einmischen. "Das geht mich nichts mehr an", sagte er am Dienstag im Gespräch mit Journalisten. Aber es werde notwendig sein, "dass man Brücken baut, personelle Angebote letztendlich auch schafft".

An Spekulationen wollte sich Häupl trotz mehrmaligen Nachfragens freilich nicht beteiligen. "Ich gebe keine ungebetenen Ratschläge und führe keine Personaldiskussionen über die Medien", beschied er. Schließlich habe er sich damals von Helmut Zilk auch nicht dreinreden lassen, was die personelle und strukturelle Ausgestaltung des Regierungsteams anbelangt. Probiert habe Zilk das sowieso nicht: "Nein. So unpolitisch war Helmut Zilk nicht."

Scharfe Kritik

Für Ratschläge von außen seien außerdem "genetisch determinierte Illoyale" zuständig, die nicht einmal 24 Stunden nach dem Parteitag Ludwig ausgerichtet hätten, wen er in der Stadtregierung aller abzulösen habe. Häupl übte damit scharfe Kritik am Simmeringer Parteivorsitzenden und lautstarken Ludwig-Unterstützer Harald Troch, der sich am Sonntag in der Fernsehsendung "Hohes Haus" personelle Änderungen in den Bereichen Finanzen, Gesundheit und Integration gewünscht hatte. Ob Politik per se ein schmutziges Geschäft sei, wurde Häupl gefragt. "Ich dusche mich jeden Tag", lautet seine Analyse.

Häupl, nunmehriger Ex-Chef der Wiener SPÖ (Ludwig wurde am Samstag von den Delegierten mehrheitlich als neuer Vorsitzender gewählt), ließ sich aber zumindest eine Aussage bezüglich des Geschlechterverhältnisses in der künftigen Stadtregierung entlocken. "Zurück hinter 50 : 50 wird schwierig", meinte Häupl. Zuletzt wurde immer wieder kolportiert, dass vor allem Finanzstadträtin Renate Brauner und Sozialstadträtin Sandra Frauenberger, aber auch Umweltstadträtin Ulli Sima, als mögliche Ablösekandidatinnen gelten.

Genauer Termin noch offen

Der neuen Parteichef kann jedenfalls keine Umbildung vornehmen, solange er nicht auch Bürgermeister und damit Chef der Stadtregierung ist. Wann Häupl nun das Bürgermeisteramt an Ludwig übergibt, ist aber nach wie vor offen. Der Noch-Stadtchef plädierte heute einmal mehr für einen Termin im Mai. Dann findet die Landeshauptleutekonferenz statt, die derzeit von Wien geführt wird: "Ja, das ist die Überlegung. Aber ich werde mir das mit dem Michi ausmachen."

Das angekündigte Vier-Augen-Gespräch habe übrigens noch nicht stattgefunden, einen Termin gebe es aber schon. Das Datum wollte Häupl freilich nicht nennen - "demnächst" werde das Treffen stattfinden. Er selbst werde die aktuelle Stadtregierung bis zum Ende seiner Amtszeit jedenfalls nicht mehr umbilden, Rücktrittsankündigungen einzelner Ressortchefs habe er ebenfalls nicht erhalten, versicherte er.

Rechtsruck ist "Unsinn"

Ob die Wiener Roten mit Ludwig ein Stück nach rechts rücken? "Das ist Unsinn", verwies Häupl u.a. auf Ludwigs Verbundenheit mit den Freiheitskämpfern und seiner Freundschaft mit dem Holocaust-Überlebenden Rudolf Gelbart: "Wo soll da irgendwo was rechts sein?" Dass sich am Verhältnis zwischen Wiener und Bundespartei infolge der am Samstag gefallenen Entscheidung etwas ändern wird, glaubt der scheidende Bürgermeister nicht.