Politik | Inland 12.11.2017

Gusenbauer muss SPÖ-Akademie verlassen

Interview mit dem ehemaligen Politiker Alfred Gusenbauer. Wien, am 22.12.2016 © Bild: Kurier/Juerg Christandl

Der streitbare Altkanzler Alfred Gusenabuer übergibt den Chefsessel im Renner-Institut an Christian Kern. Auch Josef Cap räumt das Feld.

Neu ist sie wahrlich nicht, die Kritik an den Geschäften Alfred Gusenbauers – und doch erreichte sie in den vergangenen Monaten eine neue Dimension. Der Grund: Nebst SPÖ-intern stets kritisch beäugter Deals des Ex-Kanzlers – etwa der Beratung des kasachischen Diktators Nursultan Nasarbajew – tauchten im Sommer enge Verbindungen zum zwischenzeitlich verhafteten SPÖ-Skandalberater Tal Silberstein und dessen Geschäften auf. Erst unlängst wurde der Name des Ex-Kanzlers dann im Zusammenhang mit sogenannten "Paradise Papers", die Steuervermeidungsmodelle im großen Stil ans Licht brachten, genannt.

Nun, nach der verlorenen Wahl, zog die SPÖ einen Schlussstrich: Gusenbauer muss seine prestigeträchtige Funktion als Präsident des Renner-Instituts aufgeben. Dagegen hatte er sich im Sommer noch heftig gewehrt. Die Leitung der roten Akademie übernimmt nun Christian Kern, wie dieser in der ORF-Sendung "Hohes Haus" bestätigte. Kern, der laut eigenen Angaben übrigens nicht Wiener Bürgermeister werden will, sieht die Rochade an der Spitze der Parteiakademie als Teil der "Neuaufstellung der SPÖ".

Auch Cap muss gehen

Damit noch nicht genug der Umbauarbeiten am Renner-Institut: Denn mit dem roten Rekordabgeordneten Josef Cap muss auch der zweite SPÖ-Grande an der Spitze der Parteiakademie das Feld räumen. Cap selbst bestätigte dem KURIER, dass sein Vertrag als geschäftsführender Präsident im Dezember ausläuft und nicht verlängert wird. Danach wird er, der unlängst am Einzug in den Nationalrat scheiterte, nur noch ehrenamtlicher Kurator des Instituts sein. Auch Gusenbauer steht übrigens nicht ganz ohne Funktion da: Der Altkanzler bleibt weiterhin auf einem Ticket der SPÖ Vize-Chef der Sozialistischen Internationalen.

( kurier.at , kkn ) Erstellt am 12.11.2017