Politik | Inland
22.03.2014

Große Empörung über Mölzer-Sager

FP-Spitzenkandidat Mölzer soll EU mit Drittem Reich verglichen haben. ÖVP, SPÖ und Grüne empört.

Die heftige Kritik an einer Aussage von Andreas Mölzer, dem FPÖ-Spitzenkandidaten für die EU-Wahl, reißt nicht ab. Bei einer Veranstaltung Ende Februar in Wien hat Mölzer gesagt: Die EU sei eine Diktatur, dagegen sei "das Dritte Reich wahrscheinlich formlos und liberal" gewesen. "Weil es sicher nicht so viele Regeln und Vorschriften, Gebote und Verbote gegeben hat."

Bereits Freitagabend reagierte ÖVP-Spitzenkandidat Othmar Karas scharf. Für ihn sei Mölzer ein "Wolf im Schafspelz". Am Samstag legte SPÖ-Delegationsleiter Jörg Leichtfried nach: "Eine derartige Geisteshaltung ist nicht hinnehmbar. Ein Rücktritt Mölzers ist angebracht", sagte er zum KURIER.

Auch SPÖ-Spitzenkandidat Eugen Freund ist entsetzt. "Was im Dritten Reich geschehen ist, war ein Verbrechen, das in keinster Form verharmlost werden darf." Der Vergleich mache deutlich, warum die FPÖ nie Partner der Sozialdemokratie sein könne.

Als politisch "jenseitig und historisch falsch" sieht die grüne EU-Spitzenkandidatin Ulrike Lunacek den Vergleich. "Die Verharmlosung des Nationalsozialismus auf der einen Seite und die Verächtlichmachung der EU auf der anderen Seite disqualifiziert Mölzer als Abgeordneten". Er sei "rücktrittsreif".

Die Aktion kritischer Schüler (SPÖ-nahe) und der Vorsitzende der Sozialistischen Jugend, Wolfgang Moitzi, sehen FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache gefordert. Er müsse "entweder endlich den braunen Sumpf trockenlegen oder sich zum rechtsextremen Kern seiner Partei bekennen, den er mit seiner Untätigkeit schützt und hofiert", betont Moitzi.