Politik | Inland
27.07.2017

Geld und Hirnschmalz: Prinzhorn junior soll die Neos unterstützen

Der Industrielle Cord Prinzhorn hat bei Pink angedockt. Parteichef Strolz bestätigt eine Spende.

Und wieder ein Neuer. Nach der Präsidentschaftskandidatin Irmgard Griss, dem Facebook-Revoluzzer Max Schrems und den beiden früheren Raiffeisen-Managern Karl Sevelda und Ferry Maier ist Neos-Chef Matthias Strolz gerade dabei, den nächsten prominenten Mitstreiter für die Nationalratswahl an Bord zu holen: Der Großindustrielle Cord Prinzhorn soll – wie im Wahlkampf 2013 – die Neos unterstützen. "Herr Prinzhorn ist für mich ein wichtiger Austausch-Partner und Impulsgeber. Und ich kann bestätigen, dass er uns als Privatperson eine Spende von 15.000 Euro übergeben hat", sagt Strolz knapp zum KURIER. Es bleibt freilich nicht allein bei der finanzielle Hilfe.

Chancenpartner

Laut dem KURIER vorliegenden Informationen wird Prinzhorn zwar nicht als Neos-Mann für den Nationalrat kandidieren; er wird aber – nach dem Vorbild von Schrems, Sevelda und Maier – als "Chancenpartner" präsentiert. Das bedeutet: Cord Prinzhorn erarbeitet ein Konzept für konkrete politische Reformen, die die Neos vorschlagen wollen. In Prinzhorns Fall ist das der "nachhaltige Aufschwung". Das Engagement des "liberal, bürgerlichen Freigeistes" ( Strolz über Prinzhorn) ist in zweierlei Hinsicht bemerkenswert: Zum einen folgt Prinzhorn damit ausdrücklich nicht dem Vorbild von Vater Thomas, der als Berater Jörg Haiders als Minister gehandelt und später Zweiter Nationalratspräsident wurde. Prinzhorn senior hatte auch keine Freude mit der finanziellen Unterstützung, die Sohn Cord Alexander Van der Bellen im Hofburgwahl-Kampf gewährte. Auch die Tatsache, dass der Geschäftsführer der Prinzhorn Holding nicht mit der so genannten neuen ÖVP und Sebastian Kurz, sondern mit den Neos sympathisiert, zeigt, wie wenig Vertrauen der Chef des Papierkonzerns in die Reformkraft der Volkspartei hat. "Bei der Frage, wie man den Wirtschaftsstandort Österreich sichern oder attraktiver machen kann, ist die ÖVP fantasie- und mutlos", sagt Strolz. "Diese Einschätzung scheint Herr Prinzhorn vollinhaltlich zu teilen."