Politik | Inland 08.02.2018

FPÖ-Wahlhilfe aus Wien für Kärnten

Das Duell lautet Peter Kaiser (li.) gegen Gernot Darmann (re.) © Bild: APA/GERT EGGENBERGER

Die Blauen wollen das Land wieder umfärben, Minister Kickl eröffnet das Match mit der SPÖ

Es war eine klare Vorgabe, die FP-Bundesparteichef Heinz-Christian Strache seinem engen Vertrauten Gernot Darmann mit auf den Weg gab, als er ihn im April 2016 zum Kärntner FPÖ-Obmann kürte: Die Freiheitlichen müssen bei der Wahl am 4. März 2018 stimmenstärkste Partei werden und den Landeshauptmann stellen.

Weil Umfragewerte im südlichsten Bundesland das weiterhin ins Reich der Utopie verweisen, setzt die Partei nun auf Unterstützung aus Wien: Am Mittwoch versprach Innenminister Herbert Kickl "Mehr Sicherheit für Kärnten", für Freitag hat sich Verteidigungsminister Mario Kunasek angekündigt.

Geht es nach den Umfragen legen SPÖ, FPÖ und ÖVP zu, schafft Gerhard Köfers Team Kärnten (siehe Bericht rechts) die Fünf-Prozent-Hürde, während alle anderen daran scheitern könnten. Laut den Prognosen für SPÖ (38 bis 42 Prozent) und FPÖ (28 bis 32 Prozent) ist Platz 1 klar entschieden. Daher betont Darmann neuerdings, er würde sich auch als Zweiter zum Landeschef küren lassen – wohlwissend, dass sich Schwarz-Blau im Bund für Blau-Schwarz in Kärntnen stark machen könnte.

Polizisten für Kärnten

Wahlkampfhilfe aus Wien wird angenommen: So absolvierte am Mittwoch Innenminister Herbert Kickl seinen "Kärnten Tag". Ihm sei aufgefallen, dass 2017 vor allem in Klagenfurt vermehrt Drogendelikte, Körperverletzungen und Einbrüche vorgekommen seien, sagt Kickl und verspricht rasche Hilfe. "Ich habe die Bereitstellung von neun zusätzlichen Drogenermittlern für das Landeskriminalamt angeordnet, am Bahnhof Klagenfurt werden mit sofortiger Wirkung täglich von 6 bis 22 Uhr vier Polizisten Streifendienst versehen und wir prüfen dort die Wiedereröffnung der Polizeiinspektion", betont der erste blaue Innenminister.

SPÖ-Chef Peter Kaiser indes weiß, dass sich die Spielregeln mit der Oppositionsrolle im Bund und dem Ende der Proporzregierung im Land geändert haben und dass es für ihn schwierig wird, Mehrheiten zu finden. Mit der ÖVP gibt es wenig Gemeinsames mehr, die FPÖ schließt er nicht aus, aber die bevorzugte Variante ist Rot-Blau für beide Parteien nicht. Die Grünenhaben zwar Chancen wieder in den Landtag zu kommen, als alleinige Mehrheitsbeschaffer aber kaum in Frage.

SPÖ wittert Pakt

Kaiser versucht im Wahlkampf mit den Leistungen der (inzwischen zerstrittenen) SPÖ-ÖVP-Grünen Koalition sowie der flächendeckenden Einführung von Gratis-Kindergärten zu punkten. Dem roten Landeschef ist aber bewusst, dass Platz 1 für eine zweite Ära Kaisert nicht reichen muss. "Der Gedanke, dass Blau-Schwarz in Wien bereits ausgemacht wurde und Kärnten um jeden Preis umgefärbt wird, ist nicht absurd", sagt er. Blau und Schwarz dementieren hartnäckig.

( kurier.at ) Erstellt am 08.02.2018