Strache stellt Bedingungen für Koalition

Interview mit HC Strache…
Foto: boroviczeny stephan

Der FP-Spitzenkandidat sprach über seine Badehose und Anforderungen für eine Regierungsbeteiligung.

Ein Stopp des ESM-Vertrags, eine Steuerentlastung des Mittelstandes und ein „Ende des Asylbetrugs“ – dies sind die Bedingungen unter denen die FPÖ Teil einer Regierung werden würde, sagte Parteichef Heinz-Christian Strache am Mittwoch im Interview mit Ö1. Wer ein möglicher Partner einer solchen Koalition sein sollte, darauf legte sich Strache nicht wirklich fest: Bislang hat nur die ÖVP den Blauen keine definitive Absage erteilt; die SPÖ hat eine Koalition bislang ausgeschlossen.

"Ich habe nichts zu verstecken"

Aber nicht nur der Wahlausgang, auch der Kampf um Wählerstimmen war Thema des Interviews – und dabei zentral jenes Bild, das HC Strache kürzlich auf Facebook gepostet hatte: er selbst, nur in Badehosen bekleidet. Dass das Foto kurz nach jenem Frank Stronachs, auf dem er sich mit nacktem Oberkörper zeigt, im Netz veröffentlich worden ist, ist für den FP-Chef purer Zufall: „Ich finde es wirklich lustig und absurd, wie aufgeregt man ist, dass ein HC Strache auch mit Badehose schwimmen geht“, so der FP-Chef. „Ich bin ein Mensch wie jeder andere, ich habe nichts zu verstecken.“ Stronach und dessen Partei sehe er nicht als ernsthafte Gegner an – „das entspricht Ihrem Wunschdenken“, entgegnete er dem Ö1-Interviewer. Seine Einschätzung sei ganz klar: „Das Team Stronach ist für mich ein Arbeitsmarktservice für gescheiterte BZÖ-Politiker.“

Stronachs Vergangenheit untersucht

Dass ein Mitarbeiter des FPÖ-Parlamentsklubs aber laut der Kleinen Zeitung einen Verwandten in Kanada damit beauftragt habe, in der Vergangenheit des Wahlkonkurrenten Frank Stronach zu wühlen, sei kein Beleg dafür, dass man das Team Stronach ernst nähme. Laut der Zeitung sei es darum gegangen, herauszufinden, ob Stronach wirtschaftliche Probleme gehabt habe, mit dem Gesetz in Konflikt gekommen sei, mit Drogen zu tun gehabt habe oder es sexuelle Übergriffe auf Mitarbeiter und dergleichen gegeben habe. Laut Strache sei dies alles in Eigenregie des Mitarbeiters passiert: Der Mitarbeiter, der für die FPÖ in Kärnten kandidiert, habe ausschließlich in seiner Funktion als "Redakteur" der FPÖ-nahen Zeitschrift Zur Zeit recherchiert.

Das Team Stronach freute sich indes darüber, dass die Blauen trotz ihrer Bespitzelungen "natürlich nichts gefunden" haben.

Wenn Politiker die Hüllen fallen lassen

Manch einer lässt die Hüllen gern fallen, ein anderer tappt in die Paparazzi-Falle: Frank Frank Stronachs Polit-Entblößung im KURIER war nicht die erste ihrer Art. Prominenter Vorgänger: Österreichs schönster Ex-Finanzminister, Karl-Heinz Grasser, zog sich anno 2007 für das Lifetsyle-Magazin Vanity Fair aus. Zumindest teilweise. Prominenter Nachfolger Stronachs und Grassers: Blauen-Chef HC Strache hat es sich nicht nehmen lassen, für seine Fans die Hüllen fallen zu lassen. Auf Facebook veröffentlichte er am Wochenende „einmal ein anderes privates Foto aus dem vergangenen Urlaub“.
  Ein etwas weniger anziehendes Bild lieferte Ex-Kanzler Alfred Gusenbauer 2006 ab, als er mit Radlerhosen bekleidet Österreichs Bergwelt erkundete. Das politische Beben danach war zwar nicht so groß wie 1987, als Alois Mock in kurzen Hosen in Jordanien auftauchte, die enganliegende „Kurze“ blieb danach allerdings in Gusis Schrank. Jörg Haider gilt vielen als Ur-Badehosenmodel in der Politik. Dabei hat sein Vorgänger als FPÖ-Chef, Norbert Steger, bereits 1981 einen lockeren Auftritt hingelegt.  Noch dazu beim ORF-"Sommergespräch" mit Peter Rabl. Am Urlaubsort des späteren Vizekanzlers wurden aufgrund brütender Hitze die letzten Gesprächsminuten im Pool aufgezeichnet. Bei diesen Inszenierungen werde "mit irrationalen, wenig vernunftgetriebenen Argumenten spekuliert. Das dürfte Wähler, die 'wenig aus dem Bauch' entscheiden, eher abschrecken", sagt Körpersprache-Experte Stefan Verra. Bauch-Wähler wollte offenbar auch die grüne Nachwuchshoffnung Julian Schmid ansprechen, als er im Sommer 2015 vor der Wien-Wahl ein Urlaubsfoto in der Badehose ins Netz stellte. Davor war Eva Glawischnigs bauchfreies Hochzeitskleid der größte Aufreger dieser Art bei den Grünen. Üblicherweise vermeidet die Öko-Partei jede Sexualisierung. Ein anderer ließ erst die Hüllen fallen, als er sich bereits in die Politpension verabschiedet hatte. Ex-ÖVP-Chef Reinhold Mitterlehner begab sich nach der Übergabe des Wirtschaftsministeriums quasi direkt nach Sardinien und schickte von dort Urlaubsgrüße aus dem Swimmingpool. Der Trend zur politischen Hüllenlosigkeit ist auch international seit Jahren bemerkbar – Ronald Reagan zeigte sich an Nancys Seite bereits 1984 in Meerwasser und kurzen Shorts.
  Ihm nachgetan haben es seither einige US-Präsidenten: Bill Clinton zeigte sich oberkörperfrei auf Honolulu. Auch mit Hillary - im Badeanzug  tanzend - wurde er dort gesichtet.
  Sein Nachfolger Barack Obama wurde 2008 badend von einem AP-Fotografen eingefangen. Absicht oder nicht, darüber wurde viel spekuliert.
  Ganz hochoffiziell aufgenommen wurde hingegen dieses Bild: Obama beim Baden auf Hawaii, fotografiert vom Weißen-Haus-und-Hof-Fotografen Pete Souza. Ähnlich „ungekünstelt“ soll diese Aufnahme des französischen Ex-Präsidenten wirken: Nicolas Sarkozy, für seinen Optik-Fimmel durchaus bekannt, beim entspannten Paddeln auf dem Winnipesaukee-See in den USA. Auch andere „zufällige“ Aufnahmen des Ex-Präsidentenpaares – Sarkozy händchenhaltend mit Carla Bruni – gelangten in die Gazetten. Der Umstand, dass dem französischen Politiker ab und an ein Fettröllchen wegretuschiert worden sein soll, ließ der Elysée-Palast unkommentiert. Gestellt oder nicht – diese Frage stellt sich angesichts dieser Bilder nicht: Jahr für Jahr wartet der russische Präsident Wladimir Putin mit neuem Fotomaterial seines Oberkörpers auf. Zumeist in martialischer Pose, oft auch mit frisch erlegtem Tier in der Hand. Höchst unabsichtlich gelangten jedoch diese Aufnahmen in die Medien: die deutsche Kanzlerin Angela Merkel gemeinsam mit ihrem Ehemann Joachim Sauer beim Badeurlaub auf Ischia. Italienische Medien bildeten "Mutti Merkel" mit hämischen Kommentaren auf den Titelseiten ab, Berlin reagierte dementsprechend verschnupft. Merkel selbst nahm die Veröffentlichung allerdings so, wie man es von ihr gewohnt ist: gelassen.

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(KURIER / ep) Erstellt am
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