Politik | Inland
08.08.2017

St. Pölten erhielt Faksimile des Staatsvertrags

Russland schenkte das seltene Stück dem Land Niederösterreich und dessen Haus der Geschichte. Das Original wird in Moskau aufbewahrt.

Dmitrij Ljubinskij, Botschafter der Russischen Föderation in Wien, hat am Dienstagnachmittag ein eigens angefertigtes Faksimile des Österreichischen Staatsvertrages als Geschenk an Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) übergeben, das im Haus der Geschichte im Museum Niederösterreich in St. Pölten ausgestellt wird. Die neue Einrichtung öffnet am 10. September ihre Pforten.

Das u.a. vom damaligen Außenminister Leopold Figl unterzeichnete Original befindet sich im Staatsarchiv des russischen Außenministeriums in Moskau. "Der Staatsvertrag von 1955 gehört mit der Moskauer Erklärung der alliierten Außenminister von 1943 und der Unabhängigkeitserklärung von 1945 zu den zentralen Dokumenten der Zweiten Republik", erklärte Stefan Karner, wissenschaftlicher Leiter im Haus der Geschichte.

Für das einzige Original des Staatsvertrages hat Russland die Depositarpflicht. "Es wird daher in Moskau aufbewahrt und wurde seither nur einmal, für kurze Zeit, in Österreich gezeigt: 2005 auf der Schallaburg und im Belvedere", erinnerte Karner.

Mikl-Leitner: "Grundlage für Zweite Republik"

Dass das Haus der Geschichte ein Faksimile des bedeutenden historischen Dokuments erhält, sei bei einem Arbeitsgespräch am 5. Juli in Wien vereinbart worden, sagte Mikl-Leitner. "Der Österreichische Staatsvertrag war die Grundlage für einen erfolgreichen Aufbau der Zweiten Republik und wurde von zwei Niederösterreichern ausverhandelt: Außenminister Leopold Figl und Bundeskanzler Julius Raab. Aus diesen Gründen sind wir für dieses großzügige Geschenk für das neue Haus der Geschichte im Museum Niederösterreich sehr dankbar."

"Der Staatsvertrag erinnert uns an die damaligen Ereignisse und an den bedeutenden Beitrag, den unser Land zum Werden der österreichischen Staatlichkeit und zur Rückkehr auf die Gleise der friedlichen Entwicklung geleistet hat", erklärte Botschafter Ljubinskij. Die Übergabe der Faksimile am Dienstag bezeichnete er als "Zeugnis der freundschaftlichen Beziehungen zwischen Russland und Niederösterreich".