CORONAVIRUS: PK "CORONA-MASSNAHMEN-EVALUIERUNG: AUF DEN RICHTIGEN ZEITPUNKT KOMMT ES AN!": POPPER

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Politik Inland
01/03/2022

Popper: "Zahlen werden ab Mittwoch stark ansteigen"

Laut dem Forscher wird die nächste Welle die bisher höchste in Österreich. Die Politik müsse rasch Entscheidungen treffen.

von Elias Natmessnig

Die Omikron-Variante steht vor der Tür – und wird uns wohl die bisher höchste Corona-Welle in Österreich bescheren. Das zeigt allein der Blick auf die Nachbarstaaten. Der Simulationsexperte und Mitglied im Prognosekonsortium  Niki Popper rechnet jetzt mit einer großen Welle nach den Feiertagen: „In dieser Woche werden die Zahlen ab Mittwoch stark ansteigen, da wird die Aufregung groß sein, auch wenn das die Prognosen schon seit der Weihnachtszeit zeigen. Die Politik wird aber diese Woche Entscheidungen treffen müssen, auch wenn es noch gewisse Unsicherheiten gibt.“

Das gesamte Interview gibt es hier zum nachhören:

Die Talsohle ist jedenfalls schon durchschritten, es wurden heute bereits wieder 3300 Neuinfektionen verzeichnet, obwohl am Montag traditionell weniger Tests aus dem Wochenende in die Statistik fließen. Deswegen ist auch der Anstieg für Popper keineswegs überraschend. Allerdings werde man sich jetzt ansehen müssen, wie sich die Lage in den Spitälern entwickelt: "Leider ist der Stand der Intensivbetten derzeit noch höher als wir es uns erhofft haben und liegt bei ca. 15 Prozent."

Nächster Lockdown?

Man müsse daher sehr genau auf die Dynamik schauen, und die Politik muss entscheiden, ob sie gewisse strengere Maßnahmen setzen will oder nicht. Denn es sei gar nicht so leicht wie stark man die Welle dämpfen muss, um nicht in Probleme zu kommen. Denn aktuell zeigen z.B. einige internationale Daten einen deutlich niedrigeren Hospitalisierungsanteil. "Zu Grund liegende Daten, Modelle und weitere Abwägung, ob es Einschränkung von Kontakten bei der Bevölkerung braucht, muss möglichst transparent gemacht werden."

Das könnte letzten Endes auch einen Lockdown bedeuten: „Will man die Positiv-Testungen niedriger halten als im November wird man um stärkere Maßnahmen nicht herumkommen.“ Wenn man allerdings nur auf die Hospitalisierungen schaue, könnten diese niedriger als im November sein.

Jedenfalls muss man zusätzliche Aspekte betrachten - und entscheiden. Wenn viele Menschen als Infizierte oder Kontaktperson in Quarantäne sind, könnte das ebenfalls zu Problemen führen. "Man muss sich überlegen, wie wir systemrelevante Prozesse, aber auch den öffentlichen Verkehr oder Flüge aufrechterhalten können. Das ist nämlich eine gewisse Herausforderung, vor der wir jetzt auch schon einige Wochen warnen. Da braucht es jetzt Entscheidungen", sagt Popper.

Entscheidungen, auf die nicht lange gewartet werden sollten, denn erstmals gibt es in Österreich mehr Omikron- als Deltafälle. In der Kalenderwoche 52 wurden 2.915 Delta- und 4.360 Omikron-Fälle nachgewiesen, geht aus einer Aktualisierung der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) von Montag hervor. In der Woche davor war Delta noch mit 5.953 zu 1.905 Nachweisen deutlich dominanter gewesen. Insgesamt gab es bisher 6.768 bestätigte Omikron-Fälle.

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