Politik | Inland
14.03.2012

Ex-Betriebsrat in Angst vor Telefonüberwachung

Der ehemalige Obmann des Betriebsrats telefonierte nur mit Wertkartenhandys - aus Angst, dass Informationen durchsickern würden.

Mit der Befragung des 2010 zurückgetretenen, ehemaligen Zentralbetriebsratsobmanns der Telekom Austria, Michael Kollek, hat der Korruptions-Untersuchungsausschuss seine Sitzung am Mittwoch abgeschlossen. Der frühere SP-Gewerkschaftsfunktionär gab dabei zu Protokoll, dass er sich in seiner Zeit als Betriebsrat die Angewohnheit zugelegt habe, am Telefon möglichst wenig zu sprechen - und zwar aus Angst, abgehört zu werden.

Kollek sagte, er habe den Eindruck gehabt, dass immer wieder Informationen aus Betriebsratskreisen durchgesickert seien, die zuvor telefonisch besprochen worden waren. Man sei daher dazu übergegangen, über Wertkartenhandys zu telefonieren. "Vielleicht habe ich ein bissl einen Verfolgungswahn aufgrund vieler Dinge", so Kollek. Die Zeiten im Unternehmen seien damals aber nicht ganz einfach gewesen und daher habe man aufgehört, Dinge am Telefon zu besprechen.

Einen konkreten Vorwurf - etwa gegen das Unternehmen - wollte Kollek damit allerdings nicht in den Raum stellen, zumal er diesen nicht belegen könne, wie er betonte.

Telekom-Klarstellung

Die Telekom Austria stellt indes in einer Aussendung klar, dass das "Unternehmen selbst keinerlei Einrichtungen, um Telefongespräche abzuhören, betreibt. Die technischen Mittel zum Abhören von Telefongesprächen stehen ausschließlich dem Bundesministerium für Inneres zur Verfügung."