Politik | Inland
11.08.2017

Erstes Duell Kern gegen Kurz fällt aus

Diskussion hätte im Rahmen der Reihe "Im Klartext" stattfinden sollen, Kurz ist zu dieser Zeit aber in Estland.

Der ÖVP-Chef und Außenminister Sebastian Kurz hat sein erstes mediales Duell mit Kanzler Christian Kern (SPÖ) zur Nationalratswahl abgesagt.

Dieses hätte am 6. September in der Ö1-Reihe Im Klartext stattfinden sollen. Kurz ist an diesem Tag bereits in der estnischen Hauptstadt Tallinn, wo am 7. September ein informelles EU-Außenministertreffen stattfinden wird. Ein Ersatztermin habe seitens des Ministerbüros nicht gefunden werden können, teilte Ö1 am Freitag mit.

Laut ORF findet die Veranstaltung "Im Klartext" weiterhin am 6. September statt. Das TV-Duell zwischen Kern und Kurz im Öffentlich-rechtlichen ist weiterhin für den 11. Oktober geplant.

Kritik aus SPÖ

Die SPÖ hat Kurz' Absage am Freitagabend scharf kritisiert. Der ÖVP-Chef scheine sich vor der inhaltlichen Auseinandersetzung mit Kern zu fürchten, erklärte SPÖ-Bundesgeschäftsführer Georg Niedermühlbichler am Freitagabend in einer Aussendung.

"Wenn man keine Idee hat, wo man hinwill mit dem Land, dann kann eine Stunde schon verdammt lang sein", wetterte Niedermühlbichler gegen Kurz. Den genannten Grund für die Absage - den informellen EU-Außenministerrat am 7. September - bezeichnete Niedermühlbichler als faule Ausrede: "Am Abend wird diskutiert, am nächsten Tag zu Mittag startet der EU-Rat. Wenn man will, dann geht das."

ÖVP: Gespräche bereits am 6. September

Ein ÖVP-Sprecher erklärte gegenüber der APA, dass Kurz als Koordinator der EVP-Außenminister bereits im Vorfeld der Ratssitzung ein Treffen der EVP-Minister leite und zusätzlich bilaterale Gespräche mit Amtskollegen in Tallinn führe, weshalb er sich schon am 6. September in der estnischen Hauptstadt befinde. Die ÖVP verweist darauf, dass Kurz insgesamt mindestens fünfmal im Fernsehen mit Kern diskutieren wird, davon zweimal in einer Zweierkonfrontation, zuerst auf Puls 4, danach im ORF-Fernsehen.

"Kurz freut sich auf die fünf bisher fixierten direkten Aufeinandertreffen mit Kern und diskutiert gern auch ein sechstes oder siebentes Mal mit ihm. Wir bitten aber um Verständnis, dass wir uns bei der Terminfindung nicht allein nach der SPÖ-Parteizentrale richten, sondern auch Termine des EU-Außenministerrats berücksichtigen müssen", so der ÖVP-Sprecher.