Im Dezember 2004 tauchte Strasser völlig überraschend aus der Regierung ab.

© Reuters

Aufdecker
07/01/2013

Ernst Strasser vergleicht sich mit Snowden

Der Ex-Politiker sieht sich selbst offenbar als österreichische Version des Prism-Aufdeckers.

Der ehemalige EU-Parlamentarier und Innenminister Ernst Strasser lässt mit einer überraschenden Aussage aufhorchen. Auf seiner Facebook-Seite vergleicht er sich mit dem US-Aufdecker Snowden, der die großflächige Überwachung des US-Nachrichtendienstes publik machte. "Vor mehr als 2 Jahren wurde ich ausgelacht und an den Pranger gestellt, weil ich genau das, was jetzt durch Snowden nach und nach ans Tageslicht kommt, festgemacht habe", schreibt Strasser am Sonntagabend.

Im Jänner diesen Jahres wurde Strasser zu vier Jahren unbedingter Haft verurteilt (nicht rechtskräftig). Der Ex-Politiker argumentierte damals im Prozess, dass er nur zum Schein auf die vermeintlichen Lobbyisten eingegangen sei. Er wollte damit lediglich die Hintermänner ausforschen und anzeigen.

Durch die Vorkommnisse rund um Snowden sieht sich Strasser laut seinem Posting nun ungerecht behandelt. Man bräuchte nur "nachzulesen, was ich vor mehr als 2 Jahren zu Protokoll gegeben habe. Natürlich haben da mehrere Dienste zum Nachteil Europas mit System bewußt mitgehört, abgehört und mitgeschnitten", so Strasser auf Facebook.

Lobbygate-Skandal

Der studierte Jurist, einstige Innenminister und ehemalige Delegationsleiter der ÖVP im Europäischen Parlament wurde verurteilt, zwei als Lobbyisten getarnten britischen Journalisten bei einem Abendessen im November 2010 angeboten zu haben, für ein Honorar von 100.000 Euro die Gesetzgebung im EU-Parlament zu beeinflussen.

Im Mittelpunkt des Prozesses standen die Videobänder, welche die als Mitarbeiter der angeblichen Lobbyingagentur Bergman & Lynch getarnten Journalisten bei den Treffen mit Strasser heimlich mitlaufen ließen. Strasser sagte dort: "Mir ist es lieber, wir haben einen Vertrag auf, sagen wir, jährlicher Basis ... ich bin nicht wirklich ein Fan davon, Stunden zu zählen ... also meine Klienten zahlen mir im Jahr 100.000 Euro, ja."

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