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Entlastungs-Debatte
05/08/2014

Volle Steuer auf 13. und 14. Gehalt?

Die Kammer der Wirtschaftstreuhänder wagt sich an den Tabubruch – so könnte der Eingangssteuersatz sinken.

Wenn alle künftig volle Steuern auf das 13. Und 14. Gehalt zahlen, dann geht sich ein Eingangssteuersatz von 25 Prozent aus – so in etwa lautet die vereinfachte Formel, die die Kammer der Wirtschaftstreuhänder jetzt im Zuge der schwelenden Steuerdebatte ins Spiel bringt.

Steuerexperte Bernhard Gröhs begeht mit seinem Vorstoß im Ö1-Interview einen kleinen Tabubruch: Schon oft wurde die Forderung nach einer Vollbesteuerung laut, ebenso oft wurde die Debatte ergebnislos beendet. Das Konzept der Kammer für Wirtschaftstreuhänder sieht allerdings noch weitere Punkte vor, um eine Entlastung für die Steuerzahler zu erreichen: niedrigere Tarife, weniger Verwaltung und ein Aus für die Steuervorteile durch Erschwernis- und Schmutz-Zulagen - was schon zu heftigen Protesten der Gewerkschaften geführt hat.

Körberlgeld

5,4 Milliarden Euro bringe die Streichung dieser Ausnahmebestimmungen dem Finanzminister, rechnet der Experte vor – eine Senkung des Eingangssteuersatzes von derzeit 36,5 Prozent auf 25 Prozent wäre damit möglich. Das wiederum würde eine Entlastung von 6,9 Milliarden bringen – unterm Strich blieben dem Steuerzahler dann in Summe 1,5 Milliarden oder 400 Euro pro Kopf und Jahr übrig. Mehr, so der Experte, sei unrealistisch.

Eine potenzielle Verwaltungsverschlankung sieht Gröhs vor allem durch die einheitliche Einhebung von Steuern und Sozialabgaben – derzeit seien dafür dutzende Stellen zuständig, von der Gemeinde bis zur Pensionsversicherung. Dies könnte man vereinheitlichen und im Finanzministerium bündeln: „Ohne Verwaltungsreform keine Steuerreform“, so Gröhs. „Die einfachere Lohnverrechnung entlastet dann auch die Betriebe.“

Vermögenssteuern, wie von der SP gefordert und zuletzt auch von Teilen der VP favorisiert, sieht sein Konzept allerdings nicht vor.

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