Das Pegida-Bündnis, das sich gegen eine "Überfremdung" Deutschlands wendet, stellt für Hofer eine "Abwehrreaktion" der Bürger dar.

© APA/ROLAND SCHLAGER

FPÖ
12/31/2014

Norbert Hofer hält Pegida-Anliegen für berechtigt

Der FPÖ-Vizeparteichef sieht keine rechtsextreme Bewegung. Erwartet, dass Pegida auch nach Österreich kommt.

Der Dritte Nationalratspräsident Norbert Hofer (FPÖ) zeigt für die rechtspopulistische Pegida-Bewegung, die derzeit in Deutschland großen Zulauf hat, Verständnis. "Im Großen und Ganzen handelt es sich um das berechtigte Anliegen, das Recht wahrnehmen zu wollen, sich in seinem eigenen Land noch daheim fühlen zu wollen", sagte er im Interview mit der APA.

Das Pegida-Bündnis ("Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes"), das sich gegen eine "Überfremdung" Deutschlands wendet, stellt für Hofer eine "Abwehrreaktion" der Bürger dar. "Ich glaube, dass diese Bewegung zeigt, dass die Bürger sich einfach wehren, wenn sie ungefragt eine völlige Veränderung der Struktur erleben müssen. Wenn man sich die Entwicklung in den nächsten Jahrzehnten ansieht, dann ist es so, dass der Islam eine immer größere und wesentlichere Rolle spielt. Und dass viele Bürger damit überfordert sind." Solche Entwicklungen würden ja auch bereits jetzt in Österreich im urbanen Raum zu beobachten sein, so der Präsident.

Vorwürfe, die Bewegung würde aus dem rechtsextremen Eck kommen, wies Hofer ebenso wie zuletzt FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache in mehreren Interviews zurück: "Ich glaube nicht, dass man sagen kann, das ist eine rechtsextreme Bewegung. Es ist natürlich eine Tatsache, dass auch solche Bewegungen von Einzelnen missbraucht werden, die dort mitmarschieren."

Werte des Abendlandes

Gefragt, ob er sich vorstellen könnte, dass die Pegida-Bewegung auch auf Österreich überschwappt, meinte Hofer: "Es würde mich wundern, wenn das nicht der Fall wäre." Die FPÖ sei jedenfalls der festen Überzeugung, "dass unsere Kultur sich geprägt hat aus den Werten des Christentums und des Judentums - das sind die Werte des Abendlandes. Und ich glaube, wir tun gut daran, diese kulturellen Werte auch in die Zukunft weiter zu tragen", meinte er auf die Frage, ob die FPÖ die Bewegung unterstützen werde.

Man dürfe und müsse darauf hinweisen, "dass wir eine gewisse Gesellschaftsordnung in Österreich haben". Menschen, die in Österreich sind, müssten "bestmöglich in unsere Gesellschaftsstruktur eingefügt werden", sagte Hofer. "Aber das schaffen wir nur, wenn wir bei der Zuwanderung auch wirklich die Handbremse anziehen - weil sonst schafft das die Gesellschaft nicht mehr."

Angela Merkel hingegen verurteilt die Pegida-Bewegung: Lesen Sie mehr dazu hier.

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