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Studienzugangsprüfung
07/05/2013

Diskrete Nachhilfe für den Mediziner-Test

Ärztemangel: 8360 Bewerber für 1500 Plätze. Die Länder sponsern Kurse, um künftige Ärzte zu ködern.

von Paul Trummer

Groß war das Gedränge am Freitag am Messegelände Wien: 4515 Teilnehmer traten dort zum heurigen Aufnahmetest für das Medizinstudium an. „Ich habe den Großteil des Lernstoffes zur Matura gehabt und zudem mehrmals den Online-Test absolviert“, hoffte Maria aus Niederösterreich auf ein positives Abschneiden. Tobias aus der Steiermark hat hingegen schon ein Jahr Molekularbiologie studiert – eine gute Basis für den Test.

Erstmals gab es österreichweit einheitliche Standards für den Test. Abgefragt wurde das Vorwissen in den Fächern Biologie, Chemie, Physik und Mathematik. Hinzu kamen die Überprüfung von Lesekompetenz und kognitiven Fähigkeiten. In Summe bewarben sich 8360 Studienwerber um 1500 Plätze.

Einige Hundert Maturanten aus Oberösterreich, dem Burgenland und Kärnten setzten zudem auf spezielle Vorbereitungskurse. „Kärntner Studenten haben bei den Medizin-Aufnahmetests bisher unterdurchschnittlich abgeschnitten. Mit einem kostenlosen Vorbereitungskurs wollen wir nun die Erfolgsquote steigern“, heißt es etwa aus dem Büro des Kärntner Landeshauptmanns Peter Kaiser (SP). Zuletzt schafften nur 14 Prozent der Kärntner Bewerber den Test an der Medizinuni Graz. 280 Kärntner besuchten den erstmals angebotenen Kurs.

Auch im Burgenland hielt man heuer im Frühjahr erstmals einen Vorbereitungskurs für den Medizin-Aufnahmetest ab. „Wir sind überzeugt, dass die Schüler nach der Vorbereitung unter Stress leistungsfähiger werden“, meint Gerlinde Stern-Pauer, Bürochefin von Gesundheitslandesrat Peter Rezar (SP), zum KURIER. 170 Schüler unterstützte man heuer, die Kosten von 6000 Euro teilten sich Krankenanstaltenverbund und der Spitalsbetreiber Barmherzige Brüder. „Wir wollen, dass mehr Burgenländer zum Medizinstudium zugelassen werden und hoffen, dass sich mehr junge Ärzte im Burgenland niederlassen“ so Stern-Pauer.

Vorbild in beiden Fällen ist das Land Oberösterreich, wo man schon seit 2012 Kurse anbietet. Nach 106 Teilnehmern im Vorjahr unterstützte man heuer 207 Bewerber. 25.000 Euro ließ man sich das kosten. Abgewickelt wird die Vorbereitung über die Gesundheits- und Spitals AG. „Ohne effiziente Gegenmaßnahmen wird sich das Problem des Ärztemangels weiter verschärfen“, meinte Landeshauptmann und Gesundheitsreferent Josef Pühringer (VP) zum KURIER – und verwies auch auf die geforderte Medizinfakultät in Linz. Lag im Land die Zahl der Medizinstudenten 2000 noch bei 2300, waren es 2011 nur noch 1088. Ob es die Kursteilnehmer bei der Prüfung auch schaffen, steht erst Anfang August fest – dann liegen die Testergebnisse vor.

Wie es den Medizin Anwärtern vor dem Test erging, woher die Bewerber kommen, wie ihre Notfall-Pläne aussehen und alles zur Quotenregelung erfahren Sie im VIDEO.

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