Politik | Inland
30.08.2017

Das Parlament baut ab: Teil des Mobiliars wird versteigert

Das Gros der Möbel soll saniert werden. Ausgewählte Stücke werden im Rahmen einer Online-Auktion versteigert. Unter anderem wird es möglich sein, einen Abgeordneten-Stuhl und die Regierungsbank zu erwerben.

Nichts mehr zu reden gibt es seit Mittwoch im Hohen Haus. Am Vormittag startete die Räumung des Sitzungssaals im Zuge der Generalsanierung.

Betroffen von den Abbauarbeiten waren etwa die Abgeordneten-Bänke und das Rednerpult. Der Großteil der Möbel soll saniert werden, einzelne Stücke landen in Ausstellungen und als Leihgabe in Museen. Einige Möbel können auch ersteigert werden.

Bis jetzt musste der Nationalrats-Saal für eventuelle Sondersitzungen funktionstüchtig erhalten werden. In den kommenden Wochen wird das gesamte ortsfeste Mobiliar abgebaut und eingelagert.

Der Großteil der historisch wertvollen Stücke soll nach der Restaurierung wieder zum Einsatz kommen. Dazu zählen Kristallluster sowie historisch wertvolles Mobiliar von Theophil Hansen und dem Architekten-Duo Fellerer-Wörle.

Ausgewählte Stücke, die keine weitere Verwendung finden, werden im Rahmen einer Online-Auktion des Dorotheum versteigert. Unter anderem wird es möglich sein, einen Abgeordneten-Stuhl und die Regierungsbank zu ersteigern.
Insgesamt waren bis Mitte August bereits 719 Arbeitsplätze, 5800 Umzugskartons, 7000 Inventarstücke wie Schreibtische, Schränke, Stühle, Lampen, Tresore, technische Anlagen und vieles mehr übersiedelt worden. Dazu kommen außerdem noch Gegenstände wie Pflanzen, Mistkübel oder 1.500 EDV-Geräte. Auch 4.100 Laufmeter Bibliotheksbestand mussten neu untergebracht werden.
Durchgeführt wurde die Übersiedlung vom Wiener Unternehmen Spedition Lang GmbH. In Spitzenzeiten waren 32 Möbelpacker im Einsatz.
"Würde man alle übersiedelten Kartons und Gegenstände aneinanderreihen, käme man auf eine Strecke von 23 Kilometern. Besonders freut uns, dass von diesem hohen Volumen kein einziges Möbelstück, EDV-Gerät oder Karton verloren gegangen ist", zeigte sich Dietmar Nestlang, Projektleiter der Übersiedlung, erfreut

Parlamentssanierung soll 434,4 Mio. Euro kosten

Die Sanierungsarbeiten im Parlament werden voraussichtlich drei Jahre dauern. Der parlamentarische Betrieb soll trotzdem ungehindert weitergehen. Nationalrat und Bundesrat werden während der Sanierungsphase im großen Redoutensaal der Hofburg tagen. Auf dem Heldenplatz und im Bibliothekshof der Hofburg wurden insgesamt drei temporäre Pavillons mit Büroräumen und Ausschusslokalen errichtet.

Durch die Generalsanierung soll das Parlamentsgebäude technisch modernisiert und barrierefrei gemacht werden. Zentrale Veränderungen sind unter anderem die Sanierung und Modernisierung des Plenarsaales und der Umbau des Dachgeschoßes, wo 4.500 Quadratmeter ungenutzte Fläche zu Multifunktionsräumen, Dachterrassen und einem Restaurant umgebaut werden sollen.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der weiteren Öffnung des Hauses für Bürger. Dazu wird ein großes Besucherzentrum unterhalb der Säulenhalle entstehen.

Die Sanierung des Parlamentsgebäudes soll insgesamt 434,4 Millionen Euro kosten, heißt es auf der Webseite zur Sanierung des Parlaments. Darin sind die Kosten für die Sanierung des Gebäudes, die Errichtung der temporären Pavillons, die Übersiedlungen sowie Personalkosten enthalten. Die Rückübersiedlung in das sanierte Haus ist für die tagungsfreie Zeit im Sommer 2020 geplant.