Politik | Inland
22.02.2018

Buwog-Prozess: Thorntons Abrechnung

Am 19. Prozesstag hat Richterin Hohenecker ihre Befragung des ehemaligen Immofinanz-Managers Christian Thornton fortgesetzt. Er sei nur ein Wekrzeug Petrikovics gewesen, meinte dieser.

"Enttäuscht, belogen und in die Irre geführt" sei Thornton, der Leiter des Rechnungswesens der Immofinanz bzw. der Constantia Privatbank, von seinem ehemaligen Vorgesetzten und jetzigen Mitangeklagten Karl Petrikovics worden. Thornton wird beschuldigt, wissentlich das Geld für die Provisionszahlungen herbeigeschafft, und diese über Scheinrechnungen beglichen zu haben. Petrikovics hatte auch ausgesagt, Thornton habe von ihm den Auftrag bekommen, die Buwog-Provision der RLB OÖ beim Verkaufspreis der ESG zu berücksichtigen. Von alledem will Thornton aber gar nichts gewusst haben, wie er heute sagte.

Wiederholt beteuerte er auch, keinen Einblick in die Abmachung zwischen Petrikovics und Hochegger gehabt zu haben. Es habe ihn lediglich stutzig gemacht, dass der Vertrag nicht beim "Haus- und Hofnotar" der Immofinanz, sondern einem anderen Notar lag.

Interessant waren Thorntons Ausführungen auch, was das Arbeitsklima innerhalb der Constantia bzw. der Immofinanz angeht. Petrikovics habe des öfteren um sich geschrien oder Mitarbeiter entlassen, wenn diese zu oft nachgefragt hätten. Auch habe nicht einmal Thornton die Handynummer seines Chefs gehabt. Es habe immer geheißen: "Er ruft an. Er meldet sich".

Dass Thornton heute einigen seiner Aussagen aus früheren Einvernahmen durch den Staatsanwalt widersprach, habe zwei Gründe. Zum einen sei teilweise nicht korrekt protokolliert worden, zum anderen habe er damals keine Akteneinsicht, und somit kein Gesamtbild gehabt.

Nächsten Dienstag geht es mit der Befragung Thorntons durch Staatsanwaltschaft und Anwälte weiter.

Untenstehend finden Sie den Ticker des heutigen Prozesstages zum Nachlesen.

Buwog-Prozess: Thorntons Abrechnung

  • 16:03

    Auf Wiedersehen!

    Ich darf mich auch heute wieder bedanken, dass Sie dabei waren. Meine Kollegen und ich freuen uns darauf, Sie auch nächste Woche wieder begrüßen zu dürfen.

    In Kürze lesen Sie hier wie immer eine Zusammenfassung des heutigen Prozesstages.

  • 16:02

    Ende

    Wir sind fertig für heute - und damit auch für diese Woche.

  • 15:56

    Hohenecker liest frühere Vernehmungsprotokolle vor. "Ja" antwortet Thornton jeweils knapp.

  • 15:47

    Chinesische Mauern

    In der Firma seien "sehr effektive Chinese Walls" eingerichtet gewesen, sagt Thornton. Will heißen: Es gab keine Meetings zwischen den Abteilungsleitern, sondern nur Treffen zwischen einzelnen Abteilungsleitern und Petrikovics.

  • 15:42

    Das fehlende To-Do-Buch

    Thornton hat alle seine Aufgaben in sogenannte To-Do-Bücher eingetragen. Eines davon fehlt. "Es kann aber auch sein, dass ich in diesem Zeitraum kein To-Do-Buch geführt habe, sondern Listen gemacht habe", sagt Thornton.

  • 15:39

    Dass Hochegger 0,3 Millionen zu viel überwiesen wurden, sei ein Fehler, der ihm damals nicht auffiel, da er ja den Vertrag nicht kannte, wiederholt Thornton seine vorangegangene Aussage.

  • 15:29

    Kompliziertes Dreiecksverhältnis

    Für Projekte, bei denen kein Fremdmakler tätig ist, hat die Bank gegenüber der Immoeast einen Anspruch, dieser wird über die CPB CFC verrechnet. Es gibt dann eine Rechnung von der CPB CFC an die Immoeast und dann von der Bank an die CFC. Hohenecker denkt nun nach, ob dieses Dreieck funktionieren kann.

  • 15:18

    Anweisung aus dem Urlaub

    Petrikovics hat die Anweisung zur Rechnungsüberweisung aus dem Urlaub in Thailand gegeben, sagt Thornton. "Wie geht sich das mit der Zeitverschiebung aus?" fragt Hohenecker und scherzt: "Wir könnten einen Lokalaugenschein machen."

  • 15:07

    Weiter geht's

    Und wir erfahren: Petrikovics hat Thornton auch aus dem Urlaub jeden Tag angerufen. "Um Gottes Willen" sagt Hohenecker leise.

  • 14:37

    Pause

    Bevor es weiter geht mit den Einvernahmeprotokollen machen wir noch einmal 20 Minuten Pause.

  • 14:28

    Zahlenknecht

    Er wäre im Unternehmen ein "Zahlenknecht" gewesen, hatte Thornton in einer früheren Einvernahme gesat. Das bestätigt er heute: "Das ist die Aufgabe des Rechnungswesen."

  • 14:17

    Es geht jetzt darum, warum Hochegger statt 9,6 Millionen sogar 9,9 Millionen Euro an Provision bezahlt bekam. "Das müssen Sie bitte Dr. Petrikovics fragen", sagt Thornton.

  • 14:16

    Fehlende Bezeichnung

    Wir sehen Provisionsberechnungen von der CFC an Hocheggers Astropolis, wie Thornton sagt. Allerdings steht nirgendwo, dass das Geld an die Astropolis geht. "Hat Ihnen Dr. Petrikovics gesagt, dass sie nicht Astropolis draufschreiben dürfen?", fragt Hohenecker. Thornton verneint.

  • 14:05

    Der Vertrag zwischen Hochegger und Petrikovics

    Bei welchem Notar war der Vertrag verwahrt? Thornton sei stutzig geworden, als er feststellte, dass der Vertrag nicht beim "Haus- und Hofnotar" der Immofinanz, sondern bei einem anderen Anwalt lag. Heute glaubt er, dass das so war, damit er (Thornton) nicht einfach mal nachfragen konnte, um was es in dem Vertrag geht.

  • 13:54

    Hochegger hatte übrigens geleugnet, dass es ein Treffen mit Thornton gab, bei dem die Honorarnoten besprochen wurden.

  • 13:47

    Hocheggers Krücken

    Hochegger und Thornton sollen sich einmal in der Bank getroffen haben. Hohenecker möchte jetzt herausfinden, wann das war und welche Honorarnote bei diesem Treffen besprochen wurde. Thornton erinnert sich nur, dass Hochegger mit Krücken zu diesem Termin kam. Hochegger selbst hatte angegeben, dass er im Sommer 2005 Krücken hatte. Thornton glaub, dass das Treffen im Winter 2005 oder Anfang 2006 war.

  • 13:41

    Mehr wert

    Thornton teilt die Einschätzung Petrikovics, dass die ESG damals mehr wert war, als die bezahlten 104,4 Millionen. Ob es deutlich mehr war, kann er nicht mehr sagen.

  • 13:38

    Hohenecker geht jetzt wieder minutiös die Jour-fixe Protokolle durch.

  • 13:28

    Wer ist als nächstes dran?

    Heute wird man voraussichtlich nicht mit der Befragung Thorntons fertig werden, sagt Hohenecker. "Was, wenn doch?", möchte Grassers Anwalt Ainedter wissen. "Dann wird der Prozess fortgeführt, wie es die Strafprozessordnung vorsieht", erwidert Hohenecker. Sie verrät also nicht, wer als nächstes einvernommen wird.

  • 13:23

    Es geht weiter

    (Die oberösterreichische Schulklasse hinter mir hat verständlicherweise aufgegeben und ist nicht mehr da)