Politik | Inland
13.12.2017

BUWOG-Inserate spielen auf Grasser-Prozess an: "Wo war mei Leistung?"

"Bitte verurteilen Sie uns nicht": Die einst von Karl-Heinz Grasser verkaufte Immobilienfirma wirbt mit ironischen Sujets - wohl, um sich vom Grasser-Prozess zu distanzieren.

"Wo war mei Leistung?"

Vermutlich gibt es keinen Satz, der den Buwog-Skandal so anschaulich beschreibt wie dieser. Walter Meischberger, Freund und Trauzeuge Karl-Heinz Grassers, soll das gefragt haben, als es um seine Leistungsabrechnungen ging - er konnte sich offenbar nicht daran erinnern, was er für mehrere Hunderttausend Euro an Beraterprovision im Zuge des Immobiliendeals überhaupt gemacht haben soll.

"Unser wichtigster Prozess"

Dass nun ausgerechnet die BUWOG - also jene Immobiliengesellschaft, die Ex-Finanzminister Grasser damals verkauft haben soll und wofür er sich nun vor Gericht verantworten muss -, mit genau diesem Satz wirbt, ist freilich ein kluger Marketing-Gag. "Bitte verurteilen Sie uns nicht, wir bauen hier nur", heißt es da etwa in großflächigen Schaltungen in Tageszeitungen - oder: "Unser wichtigster Prozess: Projektentwicklung." Das wirkt wie der Versuch, sich ironisch vom Geschehen im Gericht zu distanzieren.

"Die sogenannte „BUWOG-Affäre“ hatte große und zu einem wesentlichen Teil negative Auswirkungen auf die öffentliche Wahrnehmung der BUWOG Group, was durch die Berichterstattung rund um den Prozessbeginn am 12. Dezember 2017 noch weiter verstärkt wurde bzw. wird", heißt es in einer Stellungnahme von CEO Daniel Riedl. Mit der aktuellen Anzeigenkampagne solle erreicht werden, dass die Öffentlichkeit zwischen dem derzeit laufenden Prozess und den erfolgreichen Aktivitäten der BUWOG Group in den Bereichen Projektentwicklung, Einzelwohnungsverkauf und Immobilienbestandsbewirtschaftung differenziert. „Wir machen hier auf unterhaltsame Weise deutlich, dass es einerseits ein Gerichtsverfahren gibt, das uns als ‚BUWOG-Prozess‘ zu ungeahnter, aber nicht unbedingt schmeichelhafter Berühmtheit verhilft, und andererseits eine außergewöhnliche Erfolgsgeschichte eines mittlerweile börsennotierten Unternehmens", heißt es.

Diskussionen auf Twitter

Auf Twitter machen die Sujets jedenfalls die Runde; Andreas Schieder, derzeit geschäftsführender SP-Klubobmann, mutmaßt: "Da dürfte wer einen Clown gefrühstückt haben...".