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03.12.2016

Van der Bellen muss an den Wahlurnen aufholen

Alexander Van der Bellen beim Wahlkampfabschluss © Bild: REUTERS/HEINZ-PETER BADER

Durch Rückgang der Briefwähler wäre Hofer mit dem Wahlurnen-Ergebnis vom Mai ganz knapp Erster. Es ist laut ARGE Wahlen aber auch damit zu rechnen, dass Van der Bellen an den Urnen diesmal etwas besser abschneidet.

Um wieder Erster bei der Hofburg-Stichwahl zu werden, braucht Alexander Van der Bellen diesmal ein etwas besseres Ergebnis bei den Urnenwählern. Denn mit seinen 51,93 Prozent bei den Urnenwählern im Mai läge diesmal insgesamt Norbert Hofer ganz knapp vorne, ergibt eine Briefwahl-Schätzung der ARGE Wahlen.

Für die Wiederholung der Stichwahl wurden um 20 Prozent weniger Wahlkarten ausgestellt als für die aufgehobene Wahl am 22. Mai. Damals war im Sonntagabend verkündeten Urnenwahl-Ergebnis Hofer mit 51,93 Prozent Erster, nach Auszählung der Briefwahl am Montag aber Van der Bellen mit 50,35 Prozent.

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Diesmal wird es jedoch weniger Briefwähler geben - nicht mehr 740.000, sondern rund 592.000, schätzt die ARGE Wahlen. Verteilen sich ihre Stimmen ähnlich wie im Mai, würden - so die Simulation - 226.490 auf Hofer und 365.510 auf Van der Bellen entfallen. Mit dem Mai-Urnenwahlergebnis hätte Hofer dann in Summe 2,164.242 Stimmen und 50,05 Prozent, Van der Bellen aber nur 2,160.310 Stimmen.

Wahlkartenwähler wechseln zur Urne

Es ist allerdings, so die Hochrechner, nicht unwahrscheinlich, dass Van der Bellen diesmal bei den Urnenwählern etwas besser abschneidet. Denn der Rückgang bei den Wahlkarten bedeutet nicht, dass all diese Wahlberechtigten nicht abstimmen. Es sei vielmehr zu erwarten, dass ein großer Teil von ihnen jetzt ins Wahllokal geht, "aus Briefwählern sozusagen Urnenwähler werden". Und es sei auch nicht zu erwarten, dass diese Ex-Briefwähler jetzt anders abstimmen als im Mai - womit Van der Bellens Urnenwahlergebnis besser ausfallen dürfte.