Holocaust-Überlebende "sehr bewegt" von Resonanz

Screenshot Facebook Van der Bellen Video
Foto: Screenshot Facebook

Die 89-jährige Gertrude dankte am Wochenende für das große Interesse an ihren mahnenden Worten. Van der Bellen-Team hatte Video ins Netz gestellt.

Das Video einer Holocaust-Überlebenden, die vor der Wahlkampf-Rhetorik der FPÖ warnt und für Präsidentschaftskandidat Alexander Van der Bellen das Wort ergreift, wurde bereits mehr als 2,8 Mio. Mal aufgerufen. Die 89-jährige Gertrude dankte am Wochenende für die Resonanz.

"Ich bin freudig überrascht, dass die Worte einer alten Frau ernst genommen werden", meinte sie nun in einer via Facebook veröffentlichten Stellungnahme. "Die tausenden wertschätzenden Reaktionen und die persönlichen Worte, die mir übermittelt worden sind, bewegen mich sehr. Danke."

Der Wahlkampf Norbert Hofers und seiner Leute versuche "das Niedrigste aus den Leuten herauszuholen, nicht das Anständige", sagt Gertrude, die mit eindringlichem Blick in die Kamera schaut.  Van der Bellens Team hatte die Aussagen der alten Dame vergangenen Donnerstag online gestellt. Die 89-Jährige sieht sich darin an die Zeit erinnert, bevor die Nationalsozialisten die Macht übernahmen.

Laut dem Wahlkampf-Team Van der Bellens hat sich die Frau selbst gemeldet und um ein Gespräch gebeten. "Meiner Mutter war es sehr wichtig, sich in dieser Phase des Wahlkampfes öffentlich zu äußern und Stellung zu beziehen", kommentierte die Tochter der Holocaust-Überlebenden die Beweggründe. Denn: "In den letzten Wochen und Monaten hat sie uns immer wieder gesagt, dass es sich so anfühlt wie damals in den 1930er-Jahren."

Mediales Interesse in Deutschland

Medial zogen die Aussagen der Frau auch in Deutschland viel Aufmerksamkeit auf sich, mehrere Portale von der Welt bis Bild berichteten. Öffentlich über ihr Schicksal hatte Frau Getrude auch schon gegenüber radio klassik Stephansdom gesprochen. Der mit dem Österreichischen Radiopreis und dem Prälat Leopold Ungar-Preis 2016 ausgezeichnete Beitrag, erstmals ausgestrahlt im März 2016, ist hier abrufbar.

Lesen Sie hier ein Interview mit Marko Feingold. Der 103-Jährige ist der älteste Holocaust-Überlebende Österreichs - er sprach mit kurier.at über die Bundespräsidentenwahl und seine Sorge vor den neuen Rechten in Europa.

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(apa, kurier / tem) Erstellt am