Geänderte Version ab 2013 in Schulbüchern

Bundeshymne
Foto: apa

Die neue Version der Bundeshymne kommt nächstes Jahr in der Schulklasse an. Rauch-Kallath ist nach wie vor erfreut über ihren Erfolg.

Seit einem Jahr werden in Österreich auch die Töchter besungen. Nach jahrelangem Hin und Her hatte man sich kurz vor Jahreswechsel darauf geeinigt, den ursprünglichen Text von Paula von Preradovic einem "Update" zu unterziehen. Statt "Heimat bist du großer Söhne" heißt es seit Jänner 2012 in Strophe eins "Heimat großer Töchter und Söhne". In der dritten Strophe werden die "Bruderchöre" durch "Jubelchöre" ersetzt.

In den österreichischen Schulen ist diese Änderung - zumindest per Schulbuch - allerdings noch nicht angekommen. Grund sind die langen Vorlaufzeiten für Änderungen in Schulbüchern. Allerdings veröffentlichen manche Verlage Änderungen auf ihrer Homepage. Das erste aktualisierte Schulbuch wird es für 2013/14 geben.

Aktualisierungen in diesem Ausmaß werden von den Schulbuchverlagen laut Unterrichtsministerium üblicherweise autonom vorgenommen. Erster Verlag mit der aktuellen Version wird jener von Ivo Haas sein, der gerade ein Musikbuch für die dritte Klasse Volksschule mit neuem Text der Hymne eingereicht hat, heißt es auf APA-Anfrage.

Die Schulbuchverlage handeln übrigens im Sinne der Gesetzesänderung, in deren Begründung es heißt: "Finanzielle Auswirkungen dieser Regelung gibt es keine, da die geänderte Bundeshymne, insbesondere in Schulbüchern, erst mit einer Neuauflage übernommen werden soll." Betroffen sind vor allem Musikbücher, Sachbücher und fallweise Geschichtsbücher.

Großer Widerstand

Durchgesetzt hatte die geschlechtergerechte Änderung der Bundeshymne die ehemalige Frauenministerin Maria Rauch-Kallath, die in Teilen ihrer Partei auf großen Widerstand gestoßen war. Einige männliche ÖVP-Abgeordnete hatten im Nationalrat mit Dauerreden einen letzten Auftritt Rauch-Kallats im Plenum verhindert, nachdem die ÖVP-Frauen den Antrag an der Klubführung vorbei mit den Kolleginnen von SPÖ und Grünen verfertigt und am Freitagabend vergangener Woche im Plenum eingebracht hatten.

Dennoch konnte sich Rauch-Kallat letzten Endes durchsetzen: Am 7. Dezember 2011 wurde im Nationalrat ein gemeinsamer Antrag von SPÖ, ÖVP und Grünen angenommen und der Weg für die Töchter in der Hymne geebnet. Nach wie vor ist Rauch-Kallat erfreut über diesen Durchbruch, wie sie gegenüber der APA betonte - obwohl es natürlich "wichtigere Themen" gebe. Vier bis fünf Mal sei sie selbst bei offiziellen Anlässen dazugekommen, den neuen Text zu intonieren, bei einer Veranstaltung habe es neben Beifall leider auch Pfiffe für die neue Version gegeben. Und auch ein paar Männer in ihrer Partei seien nach wie vor nicht glücklich mit der Änderung.

Unglücklich über die Änderung waren auch die Vertreter der Erben von Textdichterin Paula von Preradovic, der Thomas Sessler-Verlag. Aber auch der Oberste Gerichtshof (OGH) sah eine Umdichtung als zulässig an. Zuletzt hatten die Erben angekündigt, sich an den Europäischen Gerichtshof (EuGH) zu wenden.

(APAla) Erstellt am
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