Politik | Inland
09.02.2018

Blaue Spitze entscheidet über Historiker

Historiker Lothar Höbelt, umstritten und FPÖ-nah © Bild: KURIER/Gilbert Novy

Am Montag winkt die FPÖ den Plan für die Historikerkommission durch. Einige Details sickerten bereits durch.

Mehr als zwei Wochen nach der Ankündigung der Freiheitlichen, aufgrund des Liederbuch-Skandals ihre eigene Geschichte mithilfe einer „Historiker-Kommission“ aufzuarbeiten, werden in der FPÖ nun Nägel mit Köpfen gemacht. Nächste Woche, erklärte die FPÖ-Spitze unlängst, werde man ein Konzept präsentieren, wie die Berührungspunkte mit NS-Gedankengut in der Partei aufgearbeitet werden.

Ein Sprecher des FPÖ-Chefs und Vizekanzlers Heinz-Christian Strache konkretisierte auf KURIER-Anfrage: Am Montag wird im freiheitlichen Bundesparteivorstand ein „Entwurf“ für die Kommission diskutiert. So die blaue Spitze zustimmt, kann die Arbeit beginnen.

Der Entwurf, der von Parteispitze und Mitgliedern des Parlamentsklubs ausgearbeitet wurde, enthält neben einer inhaltlichen Stoßrichtung auch eine Liste möglicher Historiker. Angefragt wurden diese noch nicht – wenngleich sich der Kommissionsleiter in spe bereits herauskristallisiert hat.

Lob für Lothar Höbelt

Vorstehen soll der Aufarbeitungsgruppe nämlich der FPÖ-nahe Historiker Lothar Höbelt. In der FPÖ wird dies nicht dementiert. Hans Tschürtz, Chef der Freiheitlichen und Vizelandeshauptmann im Burgenland, nannte ihn nun gar einen „Historiker mit Qualität“. Tschürtz, Mitglied des blauen Parteivorstandes, sehe „keinen Grund, ihn abzulehnen“.

Höbelt selbst nahm im KURIER bereits vorweg, wohin die Reise gehen soll: „Das soll kein Tribunal werden. Es sollen auch keine Urteile gesprochen werden.“
Geht es nach Höbelt, soll die Kommission nur eine kleinere Arbeitsgruppe werden. Das sieht man auch in der FPÖ so – mehr als fünf Mitglieder seien derzeit nicht vorgesehen. Mit einem raschen Ergebnis ist nicht zu rechnen: Laut den Freiheitlichen werde der Prozess „mit Sicherheit mehrere Monate in Anspruch nehmen“.