Das Kursystem solle so umgestaltet werden.

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Gesundheitswesen
08/11/2015

Auch Sozialpartner für Reform der Kur

Schatten über dem Kurwesen: AK und WKÖ reagieren auf Aussagen des Hauptverband-Chefs. ÖGB gegen "Neiddebatte".

Peter McDonald, der Chef des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger, hat mit seiner Kritik am österreichischen Kur-System einen Stein ins Rollen gebracht: Er wolle "weg vom alten Kurgedanken der Adelszeit und hin zu stärkerer Gesundheitsvorsorge".

Nun legen die Sozialpartner nach, berichtet das Ö1-Morgenjournal. Auch für Selbstständige soll es einfacher werden, auf Kur zu gehen, fordert Martin Gleitsmann von der Wirtschaftskammer. Außerdem müssen Ziele festgelegt werden - etwa, wenn jemand mit noch mehr Übergewicht als bei der ersten Kur einen weiteren Kur-Antrag stelle, müsse man dies hinterfragen, so Gleitsmann. Grundsätzlich sollen diejenigen erreicht werden, die wirkliche Gesundheitsschäden haben.

Helmut Ivansits von der Arbeiterkammer sieht dies ähnlich. Zudem solle es seiner Meinung nach mehr Richtung medizinische Rehabilitation - sprich Ernährungsberatung oder psychische Unterstützung gehen.

"Neiddebatte"

ÖGB-Präsident Erich Foglarzeigt sich von der durch "Neid und die Privilegienschiene" geprägte Sommerdebatte um die Kur irritiert. Dies sei populistisch und nicht zielführend, sagte er am Dienstag im Gespräch mit derAPA. Sinnvolle Veränderungen, die man tatsächlich brauche und bereits begonnen wurden, würden dadurch erschwert.

Die Pensionsversicherungsanstalt (PVA) sei schon seit geraumer Zeit an dem Thema dran. "Das ist nicht die Erfindung des Herrn McDonald", betonte Foglar. Es gehe um sinnvolle und nachhaltige Veränderungen, auch im Bewusstsein der Menschen, und zwar in Richtung Verantwortungsförderung. Ein Pilotprojekte existiere, derzeit warte man auf die Evaluierung.

Dass es die Kur weiter geben soll, ist für Foglar unbestritten: "Wir brauchen sie dringend." Derzeit würden alle, die sie in Anspruch nehmen, in einen Topf geschmissen, kritisierte er. Schwer belastete Berufe gebe es aber auch heute noch, und all jene, die am Haltungs- und Stützapparat nachhaltig geschädigt würden, brauchten sie zur Linderung ihrer Beschwerden.

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