Asyl-Debatte
07/02/2015

Asyl: Grüne starten Offensive für besseres Klima

Die Öko-Partei versucht der zunehmenden Polarisierung nun gegenzusteuern.

von Christian Böhmer

Eigentlich wollten sie ja im Sommer den Klimawandel zum Thema machen. Die Sujets waren von den Parteigremien längst abgenickt, erste Plakate bereits gedruckt.

"Aber irgendwie hatten wir das Gefühl, dass jetzt ein anderes Thema drängender ist", sagt Stefan Wallner, Bundesgeschäftsführer der Grünen. "Also haben wir die Kampagne eingestampft."

Die Öko-Partei bleibt beim Klima – allerdings widmet sie sich dem, das sie in der Gesellschaft verortet.

"Die Asyl- und Migrationsdebatte spitzt sich ungemein zu und polarisiert. Da die Regierungsparteien eher der FPÖ hinterherhoppeln, als der schweigenden Mehrheit der Bevölkerung eine Stimme zu geben, wollen wir das tun", sagt Wallner.

Hilfe statt Hass

Was aber ist die Mehrheitsmeinung? "Die Mehrheit der Österreicher will ein Miteinander, sie will Solidarität, keinen Hass – und genau das greifen wir mit den neuen Plakaten auf", sagt Wallner.

Außer Zweifel steht, dass das Migrations- und Asylthema den ganzen Sommer über ganz oben auf der nationalen wie internationalen Agenda bleiben wird.

Erst am Mittwoch meldete das Flüchtlingshochkommissariat der Vereinten Nationen (UNHCR), dass seit Jahresbeginn geschätzte 137.000 Menschen über das Mittelmeer nach Europa geflohen sind; Tendenz steigend (Grafik).

Die Mehrheit der Flüchtenden kommt aus dem devastierten Syrien – allein 44.000 Syrer, schätzt die UNO, haben die Flucht über das Meer riskiert. Nur im Mai endete der Fluchtversuch für rund 1800 Menschen tödlich.

Wo viel Schatten ist, ist freilich auch einiges Licht. Denn für die Grünen ist es mehr als nur bemerkenswert, wie viele kleine und große Initiativen die Flüchtlingswellen hervorgebracht haben. "Einfache Bürger sammeln Kleidung oder organisieren Deutschkurse. Es ist Zeit, dafür Danke zu sagen", befindet Wallner und verbindet mit dem Dank auch ein strategisches Ziel: "Wir wollen den Heimat-Begriff nicht den Reaktionären und Ausländerfeinden überlassen, sondern positiv besetzen. Heimat ist dort, wo Menschenrechte gelten und Mitmenschlichkeit gelebt wird."

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