Politik | Inland
02.07.2017

AK-Präsident Kalliauer widerspricht der Industrie

Für die Industriellenvereinigung ist die Sozialpartnerschaft bereits Geschichte.

Nach dem Scheitern der Sozialpartner-Verhandlungen zur Flexibilisierung der Arbeitszeit ist "Österreichs altbewährte Sozialpartnerschaft Geschichte", sagt Axel Greiner, Präsident der oberösterreichischen Industriellenvereinigung. "Eine gemeinsame Zusammenarbeit ist nicht mehr möglich." Er plädiert ähnlich wie die Wirtschaftskammer für eine "Standortpartnerschaft. Ideologie spielt hier keine Rolle mehr. Heute und in Zukunft geht es nicht mehr darum, unterdrückte Arbeitnehmer zu schützen, sondern den Standort so attraktiv zu gestalten, dass für das Land und seine Menschen Wirtschaftswachstum, gut bezahlte Arbeitsplätze und damit Wohlstand entstehen."

Für Johann Kalliauer, den Präsidenten der Arbeiterkammer und des ÖGB, ist die Standortpartnerschaft lediglich ein "Marketinggag. Es gibt keinen erfolgreichen Standort ohne Arbeitnehmer. Sie haben Anspruch auf eine entsprechende Gegenleistung für ihre erbrachten Leistungen." Die beste Standortpartnerschaft sei die Sozialpartnerschaft. "Es gibt keinen Grund die Sozialpartnerschaft in Frage zu stellen, nur weil sich die Industriellenvereinigung mit ihren überzogenen Forderungen nicht durchsetzt. Wenn der Herr Kapsch (IVP-Präsident Österreich, Anm.d.Red.) sagt, es gibt nichts zu verteilen, ist unsere Antwort, wir haben nichts herzuschenken." Die Industrie verzeichne erfreulicherweise Zuwächse, dagegen seien die Reallohnzuwächse relativ schmal gewesen. "Wir waren nicht unmäßig, sodass man uns jetzt abräumen muss." Er, Kalliauer, hoffe, dass sich in der Industrie die gemäßigteren Kräfte durchsetzen. "Ich glaube, dass sich das wieder einrenkt." Die Industrie liebäugle momentan damit, das sie sich mithilfe der Politik und ohne Sozialpartner durchsetzen könne.