Politik | Inland
12.12.2017

AK-Experte: "Rauchverbot funktioniert durchaus gut"

Abseits der Gastronomie halten sich die Probleme mit dem Rauchverbot in Österreich in sehr engen Grenzen.

"Wenn acht Raucher mit einem Nichtraucher in einem Büro sitzen, kann es schon vorkommen, dass Druck ausgeübt wird in die Richtung "Jetzt rauch' halt mit!". Oder wenn zehn Nichtraucher einen Raucher als Chef haben. Insgesamt", sagt Alexander Haider, Leiter der Abteilung für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz der Arbeiterkammer Wien, "funktioniert der Nichtraucherschutz in den heimischen Betrieben aber durchaus gut." Jedenfalls gehen seit der Novellierung des Arbeitnehmerschutzgesetzes (ASchG) im Jahr 2001 kaum Beschwerden bei der Arbeitnehmervertretung ein.

Paragraf 30 des ASchG besagt, dass Rauchen am Arbeitsplatz verboten ist, wenn "Raucher und Nichtraucher gemeinsam in einem Büroraum oder einem vergleichbaren Arbeitsraum arbeiten". Abseits der Gastronomie, wo ÖVP und FPÖ die Aufhebung des absoluten Rauchverbots paktiert haben, wird das Rauchverbot bis auf wenige Ausnahmen eingehalten. Was nicht heißt, dass nirgends mehr geraucht wird - in Raucherräumen oder entsprechenden Freiluftzonen darf immer noch legal gequalmt werden. Auch, wenn das nicht immer gern gesehen wird: "Natürlich sollte ein Krankenhaus von Weltrang wie das AKH eigentlich eine rauchfreie Zone sein", erklärt Robert Pirker, Onkologe am Allgemeinen Krankenhaus (AKH) Wien. "Und niemand, der ein Krankenhaus aufsucht, sollte dabei durch eine Raucherzone gehen müssen."

Jährlich 14.000 Tote in Österreich

Jährlich sterbe alleine in Österreich die Bevölkerung einer Kleinstadt (rund 14.000 Personen) an den Folgen des Tabakkonsums. Für Pirker ist dabei die Prävention der bessere Weg als ein Verbot, das AKH sollte dabei seiner Meinung nach eine Vorbildfunktion einnehmen. Aktuell kann in einer Zone vor dem Eingang geraucht werden, eine Trafik im Eingangsbereich verkauft neben Zeitschriften auch Tabakwaren. "Damit habe ich schon ein Problem", sagt Pirker. Es gebe aber keinen Chance, dagegen vorzugehen. Schließlich handle der Trafikant ja nur mit legalen Waren: "Es ist aber schon viel besser geworden, früher haben die Leute hier noch auf den Gängen geraucht." Ein Befund, der für viele Krankenhäuser, Gericht und Amtshäuser im ganzen Land zutrifft.

Bis das Vorbild zum Tragen kommt, wird allerdings weiter mit Verboten gearbeitet: Anfang Mai 2018 tritt eine von den Sozialpartnern ausgehandelte Verschärfung des aktuellen Rauchverbots in Kraft. Dann gilt es in allen Innenräumen in Arbeitsstätten. Raucherräume und damit auch Raucherzonen vor Gebäuden sind allerdings immer noch möglich.