© KURIER Grafik

Rückblick 2014
12/29/2014

Ab- und Aufsteiger im Polit-Karussell

Einige Politiker können das Jahr zufrieden bilanzieren, für andere ist es nicht gut verlaufen.

von Johanna Hager, Karin Leitner

Wer sind die Auf- und Absteiger des Jahres? Ein paar Politiker mussten 2014 herbe Rückschläge hinnehmen, zwei sind ganz abhanden gekommen – Parteigründer Frank Stronach und der blaue Rechtsaußen Andreas Mölzer. Einige aber verdienten sich durchaus Lorbeeren. Hier unsere Polit-Auf- und Absteiger des ablaufenden Jahres:

Die Aufsteiger

Reinhold Mitterlehner, Vizekanzler: Kurz vor seinem 59. Geburtstag hat es Reinhold Mitterlehner politisch ganz nach oben geschafft. Er folgt Michael Spindelegger als ÖVP-Chef und Vizekanzler. Der „bei 20 Prozent grundelnden“ (© Oberösterreichs Landeshauptmann Josef Pühringer) Partei bringt das österreichweit Schwung.
Hans Jörg Schelling, Finanzminister: Spindeleggers Abgang folgt sein politischer Auftritt: Bis zur Angelobung im September ist der ehemalige Manager und Chef des Hauptverbands der Sozialversicherungsträger kaum jemandem bekannt. Seit der Steuerreform-Debatte und dem Griss um Griss’ Hypo-Aufarbeitung ist es damit vorbei.
Sebastian Kurz, Außenminister: Für den jungen Außenminister ist es auch dieses Jahr gut gelaufen. Nicht nur in Österreich ist der ÖVP-Mann gut beleumundet. Auch international kommt er an. Die Deutsche Presseagentur hat Kurz unter die sieben Polit-Aufsteiger des Jahres 2014 gereiht. Er sei eine „ungewöhnliche Figur“.
Erich Foglar, ÖGB-Präsident: Zurückhaltend war Erich Foglar – bis April. Da erfasste ihn Zorn über die Regierung. „Wir haben es so satt. Ich weigere mich, weiter Lohnerhöhungen nur für den Finanzminister zu verhandeln“, sagte er dem KURIER. Und startete die „Lohnsteuer runter!“-Kampagne; fast 900.000 Bürger unterschrieben.
Eva Glawischnig & Werner Kogler: Die Grünen schafften Ungewöhnliches: Wahlresultate waren besser bzw. so wie vorhergesagt. Bei der EU-Wahl brachten es Eva Glawischnigs Ökos auf 14,52 % (+ 4,6 %), bei der Vorarlberg-Wahl auf 17,1 % (+ 6,6 %). Mandatar Werner Kogler konnte sich als Mister Hypo profilieren.
Sabine Oberhauser & Josef Ostermayer: Die Kinderärztin wird durch Alois Stögers Wechsel ins Infrastrukturministerium zur Gesundheitsministerin; die ÖGBlerin schlägt sich wacker. Ostermayer steigt vom Staatssekretär zum Minister auf, managt den Burgtheater-Skandal gut. Und unter seiner Federführung wird das Amtsgeheimnis abgeschafft.

Frank Stronach,Kurzzeit-Mandatar: „In die Geschichte der Welt“ wollte der 82-jährige Frank Stronach mit der von ihm gegründeten Partei eingehen, den Kanzler stellen ebenso. Aus beidem ist nichts geworden. Und so hat Stronach nach nur zwei Sitzungen seinen Parlamentssessel geräumt. Zurück blieben interner Zwist und Hader.
Michael Spindelegger, Vizekanzler: Nach drei Jahren und vier Monaten trat der ÖVP-Obmann, Finanzminister & Vizekanzler mit den Worten „Wenn der Zusammenhalt nicht mehr da ist, ist auch der Moment gekommen, das Ruder zu übergeben“ von allen Ämtern zurück. Seit 26. August steuert Reinhold Mitterlehner die Schwarzen.
Andreas Mölzer, FP-Spitzenkandidat: Nachdem Andreas Mölzer in der von ihm herausgegebenen Zeitschrift „Zur Zeit“ die EU mit dem Nazi-Regime verglichen, über ein „Negerkonglomerat“ geschrieben und Alaba verunglimpfte hatte, war seine Zeit als EU-Spitzenkandidat der FPÖ abgelaufen. An seine Stelle rückte Harald Vilimsky.
Gerald Klug, Verteidigungsminister: Mit „situationselastisch“ sorgte er für das Wort des Jahres 2014, mit dem Sparkurs beim Bundesheer machte er sich Feinde, mit dem Anti-Doping-Gesetz Freunde – und mit seiner Vaterschaft von sich reden. In Sachen Bürgervertrauen ist es mit dem einst beliebten Minister bergab gegangen.
Werner Faymann, Bundeskanzler: Weder das gesamte Vertrauen seiner Genossen (83,61 Prozent der Delegiertenstimmen beim Parteitag) noch das der Bevölkerung (APA/OGM-Index: Minus 15 Prozentpunkte) hat der SPÖ-Chef seit geraumer Zeit auf seiner Seite. Eine Einigung bei der Steuerreform könnte den Abstieg aufhalten.
eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.