Politik | Inland
02.01.2018

8900 User bestimmten Wahlkampf-Debatte

Daten-Analyse. Einige wenige kommentierten sehr häufig und beeinflussten so das Meinungsklima.

8900 Facebook-User – und damit nur ein Bruchteil der Nutzer auf der Social-Media-Plattform – haben den Wahlkampf-Diskurs zur Nationalratswahl 2017 bestimmt. Zu diesem Ergebnis kommt eine am Dienstag veröffentlichte Analyse des Onlinemagazins mokant.at.

Für die Untersuchung wurden laut Aussendung Millionen Daten zum österreichischen Wahlkampf gesammelt. Erfasst wurden rund 40 Facebook-Seiten von Politikern und Medien im Zeitraum August bis Oktober 2017.

Insgesamt wurden 2,9 Millionen Kommentare gepostet, die von rund 400.000 Personen stammten, zeigt die Analyse. Die Hälfte der Kommentare wurde von etwa 8900 Personen verfasst. 38 Prozent der Kommentare, das ist mehr als eine Million, stammen aber nur von etwa 4100 Usern. Diese verfassten jeweils 100 oder mehr Kommentare auf den Facebook-Kanälen diverser Medien. Darunter sind User, die Werbung für Parteien machen und Trolle, die andere User beschimpfen, wenn sie Kritik an einer Partei äußern.

Wer tatsächlich hinter diesen Konten steckt, ist sehr oft unklar, da sie meistens kaum Informationen über sich preisgeben.

Die Analyse zeige also, dass eine kleine Minderheit die Debatte im Wahlkampf (mit-)bestimmt hat. Denn wissenschaftliche Erkenntnisse würden zeigen: Das auf Facebook vorherrschende Meinungsklima beeinflusst die Meinung der User, auch wenn es nicht dem tatsächlichen Meinungsklima in der Bevölkerung entspricht. Der Großteil der User lese nur mit, was das Meinungsklima auf Facebook einfach beeinflusst, erklärte mokant.at-Chefredakteurin Sofia Palzer-Khomenko. Von mehr als acht Millionen Österreichern haben 3,7 Millionen, das sind rund 42 Prozent, einen aktiven Facebook-Account.