Politik 05.12.2011

Hundstrümmerln für Kärntner Stadtpolitiker

© Bild: Brigitta Luchscheider

Einem Klagenfurter platzte der Kragen: Er verpackte Hundekot in Büchsen und deponierte diesen kurzerhand im Rathaus.

Schon seit Jahren beschwert sich der 69-jährige Franz Halper aus Klagenfurt über die Politik, die seiner Meinung nach in Sachen Hundekot untätig ist. Als dann bei einem Spaziergang sein dreijähriger Enkel ausrutschte, mit den Händen im Gatsch landete und diesen dann auf Opas Pulli übertrug, brauchte Halper ein Ventil: "Ich habe Hundstrümmerl aus der Umgebung eingesammelt, in Büchsen verpackt und diese persönlich in den Vorzimmern der zuständigen Politiker abgegeben."

"Ich habe die Behälter bekommen, aber entsorgt. Andererseits verstehe ich den Unmut von Herrn Halper sehr gut. Offenbar funktioniert die Reinhaltung durch Hundebesitzer doch nur durch strenge Strafen, wie man am Beispiel Wien sieht", meint SP-Vizebürgermeisterin Maria-Luise Mathiaschitz. Stadtrat Peter Steinkellner, VP: "Mein Bürolehrling wollte mir diese Post offenbar nicht antun und hat sie abgefangen. In der Frage Hundekot tun wir alles, was möglich ist. Keinesfalls will ich aber einen Krieg zwischen Hundebesitzern und Nicht-Hundebesitzern."

Arbeitsgruppe

Franz Halper
© Bild: Brigitta Luchscheider

Um dem aus dem Weg zu gehen, wurde auch vor zwei Jahren eine Arbeitsgruppe "Hundeproblematik" im Magistrat eingerichtet. Leiter Wilfried Kammerer: "37.000 Euro für die Aufstellung von 130 Gassimaten, die Errichtung von Hundefreilaufzonen und eine Hundefibel waren unter anderem die bisherigen Maßnahmen." In einem halben Jahr soll auch endlich das Ordnungsamt umgesetzt werden, dessen Bedienstete Strafen einheben dürfen. Alle sind sich einig: "Hundekot ist ein Problem in allen größeren Städten."

"Das interessiert mich nicht", kontert Halper. "Tatsächlich hilft das gar nichts." Er hat auch Vorschläge parat: "Überprüfen, ob die Hunde angemeldet sind und artgerecht gehalten werden, und die Besitzer abstrafen, wenn sie kein Sackerl mithaben." Sogar Geld könne Klagenfurt lukrieren: "Die Politik könnte ein EU-Projekt starten mit Maßnahmen als Vorbild für saubere Städte."

( Kurier ) Erstellt am 05.12.2011