Horror-Unfall: Vater sah Mutter und Tochter sterben

Feuerwehrmänner bei Bergungsarbeiten
Foto: APA/FF KRAMSACH Tödlicher Unfall: Das Auto schob sich bis zum Fahrgastraum unter den Lkw. Mutter und Tochter starben

Eine Tirolerin fuhr auf der Inntalautobahn auf einen Lkw auf. Die Frau und ihr jüngstes Kind hatten keine Chance.

Als Feuerwehrmann willst du natürlich helfen, wenn du aber siehst, dass jede Hilfe zu spät kommt, ist das belastend", sagt René Arzberger von der Feuerwehr Kramsach. Er und seine Kollegen waren am Sonntag bei einem Horror-Unfall auf der Inntalautobahn im Einsatz.

Waltraud Lettenbichler, 44, aus Gallzein (Bezirk Schwaz) war kurz nach der Ausfahrtsspur zur Lkw-Kontrollstelle Radfeld mit ihrem Auto auf einen Laster aus Slowenien aufgefahren, der dort stehen geblieben war. Die Lenkerin, die gemeinsam mit ihrer zwölfjährigen Tochter Alina unterwegs war, übersah den Lkw offenbar und krachte ungebremst in das Heck. Die Frau und die Tochter waren auf dem Weg zu einem Schwimmbad.

Es war ein Bild des Schreckens, das sich den Rettungskräften bot. Überall auf der Fahrbahn lagen Trümmer und Glasscherben. "Das Auto hat sich regelrecht bis zum Fahrgastraum unter den Sattelaufleger geschoben. Die beiden hatten keine Chance", berichtet Arzberger.

 

Vater passierte Unfallstelle

APA/FF KRAMSACHAPA7190550-2 - 11032012 - WIEN - ÖSTERREICH: ZU APA-TEXT CI - Feuerwehrmänner bei Bergungsarbeiten nach eine Verkehrsunfall am Sonntag, 11. März 2012, auf der Inntalautobahn (A12) bei Radfeld, Berzirk Kufstein. Eine Frau fuhr mit ihrem Pkw Foto: APA FF KRAMSACH Für Mutter und Tochter kam jede Hilfe zu spät

Auch der Ehemann bzw. Vater der Opfer passierte wenig später die Unfallstelle. Er war mit dem zweiten Auto der Familie ebenfalls in Richtung Innsbruck unterwegs. Er musste den fürchterlichen Unfall ansehen. Die gesamte Familie wird nun von einem Kriseninterventionsteam betreut.

Der Lkw-Fahrer, ein 57-jährige Slowene, gab gegenüber der Polizei an, er habe die Überkopfwegweiser für die Ausleitung zur Kontrollstelle übersehen und wollte auf dem Pannenstreifen anhalten.

Da die Autos stark ineinander verkeilt waren, gestaltete sich die Bergung schwierig. "Wir haben den Aufleger erst angehoben und den Pkw mittels Seilwinde herausgezogen. Erst dann konnten wir die Toten aus dem Wrack schneiden", schildert Arzberger.

Der Schock in der 500-Seelen-Gemeinde Gallzein sitzt tief. "Wir wollten mit den Kindern ins Schwimmbad und kamen an der Unfallstelle vorbei. Als wir das Auto gesehen haben, hatten wir gleich einen schlimmen Verdacht", sagt Bürgermeister Josef Brunner. "Die Waltraud ist siebenfache Mutter und die Familie musste schon mehrere Schicksalsschläge hinnehmen. Und jetzt noch diese Tragödie. Fürchterlich."

(kurier / Simone Stecher, red) Erstellt am
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