Heizölpreise: Lust auf Erneuerbare Energie

Foto: AP/JOERG SARBACH

Wer dieser Tage Heizöl einlagern muss, muss dafür durchschnittlich einen Euro bezahlen. Nur 2008 war Heizöl teurer.

Die mehr als 800.000 heimischen Besitzer von Ölheizungen stöhnen derzeit unter den immer weiter steigenden Preisen. Wer aufgrund eines leeren Tanks dieser Tage Heizöl einlagern muss, zahlt im österreichweiten Durchschnitt fast einen Euro je Liter (Kleinverbraucherpreis bei Abnahme von 2000 bis 5000 Litern). Damit ist Heizöl nicht mehr weit entfernt vom Höchstpreis-Jahr 2008, als durchschnittlich bis zu 1,1 Euro pro Liter bezahlt werden mussten.

Dass die Preise heuer noch merklich nachgeben werden, scheint unwahrscheinlich. Ein Barrel (zu 159 Liter) Erdöl kostet derzeit vergleichsweise konstante 110 Dollar. Experten, wie jüngst der OPEC-Generalsekretär Abdullah Salem El Badri, gehen davon aus, dass die Preise bis zum Jahresende nicht mehr unter 100 Dollar fallen werden.

Laut einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschers Peter Hajek im Auftrag des Interessenverbandes proPellets Austria, gehen 84 Prozent der Befragten Besitzer von Ölheizungen davon aus, dass die Heizölpreise noch weiter steigen werden. Jeder Vierte bezeichnet die Heizkosten als große Belastung. 41 Prozent geben an, in anderen Bereichen - Urlaub, Freizeit, Bekleidung - sparen zu müssen, um die hohen Heizkosten auszugleichen. Die Konsequenz: Mehr als ein Drittel gibt an, demnächst von Öl auf Erneuerbare Energie umsteigen zu wollen.

Energiewende

Heiz-Wende Josef Plank, Präsident des Verbandes Erneuerbare Energie Österreich, hofft, dass innerhalb der kommenden zehn Jahre die Ölheizungen im Land auf die Hälfte reduziert werden. Österreich brauche eine Energiewende beim Heizen - Stichwort: Klimabelastung und Ressourcenknappheit. Die Eckpfeiler wären Biomasse und Solare Wärme.

Plank fordert, trotz klammer Budgets, die Einführung eines Heizungsschecks (zusätzlich zum Sanierungsscheck) in Höhe von 150 Millionen Euro pro Jahr. Diese Summe könne durch die Anhebung der Deckelung des Förderzins (Abgabe, die Unternehmen leisten müssen, um Gas oder Öl zu fördern, Anm.) lukriert werden.

Das häufig ventilierte Gegenargument, Österreich habe zu wenig Rohstoffe im Land (namentlich: Holz), lässt Plank nicht gelten. Bei Verwendung fortschrittlicher (Heiz-) Technologie und entsprechender Gebäudedämmung, sei das Potenzial absolut vorhanden.

(kurier) Erstellt am
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