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Politik
07/01/2012

Härtere Auflagen für Arbeitslose

Mit speziellen Programmen sollen die Frühpensionen gedrosselt werden. Der Berufsschutz für unter 50-Jährige fällt, kündigt AMS-Chef Kopf an.

von Patricia Haller

Für ältere Menschen, die arbeitslos sind und nicht mehr lange bis zum Pensionsantritt warten müssen, wird es eng. Das Arbeitsmarktservice (AMS) hat für die kommenden vier Jahre 600 Millionen Euro zur Verfügung, um für diese Gruppe spezielle Programme auf die Beine zu stellen.

Qualifizieren

Es geht um Umschulungen, den Erwerb zusätzlicher und neuer Qualifikationen oder schlicht um befristete Lohnsubventionen, um Betrieben Einstellungen schmackhaft zu machen.

AMS-Vorstand Johannes Kopf sagt zum KURIER: "Die Politik hat uns ein Ziel gegeben. Das lautet: Wir haben bis zum letzten Tag an der Integration in den Arbeitsmarkt zu arbeiten. Und wenn es nur noch ein Jahr vor dem Pensionsstichtag ist: Wir werden uns bemühen. Das wird in einem solchen Fall kein neuer Lehrberuf sein. Aber mit einem vom AMS finanzierten Lohnzuschuss werden wir zumindest eine Beschäftigung für zum Beispiel sechs Monate finden." Für Betroffene sei das oft schwer verständlich. Aber: "Wir signalisieren den Älteren: Passen Sie auf, nur arbeitslos sein, geht nicht."

Dass Ältere auf dem Arbeitsmarkt gar nicht mehr unterkommen, wenn sie erst einmal ohne Job sind, bestreitet Kopf. "Es ist schwer, wieder eine Arbeit zu finden, aber nicht unmöglich." Dies spiegle sich in der Arbeitslosenquote wider. "Die war 2011 bei den 55- bis 60-Jährigen nicht viel höher als bei den Jüngeren."

Berufsschutzlos

Neben Älteren bekommt das AMS ab 2014 eine weitere Gruppe dazu, die es requalifizieren soll. Es geht um jene unter 50-Jährigen, die zwar gesundheitliche Probleme haben, aber nicht mehr in die Invaliditäts­pension gehen werden dürfen. "Es wird der Berufsschutz abgeschafft. Ein Beispiel: Der Koch, der eine Mehlallergie bekommt, hat heute einen Berufsschutz und kann aus diesem Grund in Invaliditäts­pension gehen.

Dieser Schutz wird fallen. Wir werden diese Personen beruflich rehabilitieren", sagt Kopf. Durch Zwang oder Druck alleine würden letztendlich aber weder Ältere noch Menschen, die nicht mehr in die Invaliditäts-Pension gehen könnten, für eine berufliche Neuorientierung gewonnen werden. Kopf: "Es wird eine Frage der Motivation sein – und ob es gelingen wird, die Leute für etwas Neues zu begeistern."