Politik 05.12.2011

Guttenberg: Ermittlungen eingestellt

Die Ermittlungen in der Plagiatsaffäre wurden beendet. "Vorerst gescheitert" heißt das Buch des deutschen Ex-Ministers.

Die Ermittlungen gegen den früheren deutschen Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) im Zuge der Plagiatsaffäre wurden eingestellt. Das teilte Oberstaatsanwalt Reiner Laib am Mittwoch mit. Guttenberg war Anfang März zurückgetreten, nachdem zahlreiche ungekennzeichnete Zitate in seiner Doktorarbeit entdeckt worden waren. Der Doktortitel wurde ihm aberkannt.

Mit der Einstellung des Verfahrens kommt es nun nicht zu einer Hauptverhandlung gegen Guttenberg, dem Urheberrechtsverletzungen vorgeworfen worden waren. Im Zuge des Ermittlungsverfahrens musste der Politiker in Abstimmung mit dem Amtsgericht Hof 20.000 Euro an die Deutsche Kinderkrebshilfe zahlen. Das teilte die Staatsanwaltschaft am Mittwoch mit. Wegen des Verdachts auf Verstöße gegen das Urheberrecht waren 199 Strafanzeigen in Hof eingegangen.

Comeback mit Buch

Guttenberg schreibt derzeit angeblich auf Geheiß seines Vaters Ennoch eine neue Doktorarbeit. Guttenberg ist im Spätsommer mit seiner Frau Stephanie und den beiden Töchtern nach Connecticut in die USA ausgewandert, wo er ehrenamtlich einen Job bei der Denkfabrik für Strategische und Internationale Studien CSIS angenommen hat. Statt streng zurückgegelter Haare und Brille gibt sich Guttenberg jetzt natürlich und wirkt fast wie ein Student. Am Wochenende trat er das erste Mal wieder auf: Auf dem Halifax Security Forum kritisierte er zu zögerliche europäische Politiker.

Rechtzeitig vor Weihnachten erscheint jetzt ein Buch über den im März zurückgetretenen Verteidigungsminister. Über den Inhalt ist wenig bekannt, doch der Titel sagt schon einiges: "Vorerst gescheitert". Es ist ein Schlagabtausch des 40-jährigen Freiherren mit dem Chefredakteur der Zeit, Giovanni di Lorenzo. Der Herder-Verlag gibt bekannt: "Zu Guttenberg spricht über seine Herkunft, seine Familie, über die Zeit als politischer Überflieger im Wirtschafts- sowie im Verteidigungsministerium, über den Umgang mit den eigenen Fehlern, über die Zeit nach dem Rücktritt - und über die Voraussetzungen für die Rückkehr eines immer noch enorm populären Politikers."

Karl-Theodor zu Guttenberg: heute ohne Gelfrisur und Brille
© Bild: RTS

"Es geht fix bei Herrn zu Guttenberg. Wie immer", schreibt der Stern. "Nach dem XXL-Plagiat kam der XXL-Abschied, jetzt gab es den XXL-Auftritt, bald die XXL-Erklärung - für das XXL-Comeback?" Angeblich hält ihm sein Wahlkreis in Bayern die Kandidatur für die Bundestagswahl 2013 offen.

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( APA , KURIER ) Erstellt am 05.12.2011