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Politik
09/14/2012

Frische Spaltpilze

Die EU der zwei Geschwindigkeiten ist Realität. Die Politik verstärkt das noch.

von Michael Bachner

Die (Zwischen-)Bilanz der Krise fällt aus österreichischer Perspektive erfreulich aus. Der Blick über den Tellerrand ist ernüchternd: Europa zerfällt in wenige Wachstumsregionen und mehr und mehr Länder, deren Wirtschaften schrumpfen und die Anti-Krisen-Kosten explodieren. Gerade auch in sozialer Hinsicht.

Divergenz statt Konvergenz, sagen die Fachleute. Umgangssprachlicher ausgedrückt: Europa zerreißt’s. Der Euro hätte den Kontinent wirtschaftlich zusammenrücken lassen sollen. Das Gegenteil ist leider passiert.

Umso gefährlicher ist, dass die Führungsspitze in Brüssel nun alle Anstrengungen unternimmt, um Euroland aufzupeppen, dabei aber offenbar auf jene EU-Mitglieder vergisst, die den Euro nicht haben wollten.

Eine Bankenunion, ein eigenes Budget, ein Extra-Finanzminister, vielleicht sogar ein eigenes Parlament – immer nur für die Eurozone? Was heißt das für Schweden, Polen oder Großbritannien? Hier sind gefährliche Zentrifugalkräfte am Werk. Europa muss aber zu einer Geschwindigkeit zurückfinden. Und irgendwann auch mit einer Stimme sprechen. Das ist derzeit noch Wunschdenken.

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