Fall Kurzmann: "Tendenziöse Aufreizung zum Hass"

"Moschee baba": FPÖ-Landeschef Kurzmann steht bald wegen Verhetzung vor Gericht.
Foto: FPÖ

Gerhard Kurzmann, steirischer FPÖ-Landesrat, wird Verhetzung mittels Anti-Minarett-Spiel vorgeworfen. Er rechnet mit einem Freispruch.

Ich habe Vertrauen in den Rechtsstaat und erwarte mir einen Freispruch." FPÖ-Landesrat Gerhard Kurzmann ist wenige Wochen vor dem Strafprozess um Gelassenheit bemüht.
Den Vorwurf der Verhetzung mittels Anti-Minarett-Spiel wischt er vom Tisch. "Das ist ein harmloses und für die Jugend konzipiertes Spiel, das nichts mit Schießen zu tun hat und keine Gewaltverherrlichung darstellt, ganz im Gegensatz zu anderen Computerspielen, die es so am Markt gibt."

Der Grazer Staatsanwalt Hannes Winkelhofer zieht andere Schlüsse aus dem "Moschee baba"-Spiel. Mit dessen Planung begonnen hätten Kurzmann und Werbefachmann Alexander Segert nach einem Interview von Anas Shakfeh, dem Ex-Präsidenten der islamischen Glaubensgemeinschaft, wird im Strafantrag ausgeführt. Dessen Wunsch, dass in allen Landeshauptstädten eine Moschee mit Minarett errichtet werden sollte, fand Eingang in die in Wien und der Steiermark geführten Landtagswahlkämpfe.

Im Wahlausschuss der FPÖ Steiermark habe man beschlossen, das Spiel zu adaptieren. Dr. Gerhard Kurzmann und Alexander Segert erhofften sich dadurch, in der Bevölkerung existierende Ängste vor einer aggressiven Islamisierung der Gesellschaft zumindest zu verstärken, nahezu kostenlos großes Medieninteresse zu erzielen und Wähler für die FPÖ Steiermark zu motivieren.

Zuckender Muezzin

Von wegen kein Schießspiel. Der Staatsanwalt führt aus: Der rote Muezzin zuckte, wie von einem Schuss getroffen, zusammen, wobei seine rote, einem Fez gleichende Kopfbedeckung in die Höhe geschleudert wurde...
Game over: Sehr bezeichnend für den Ankläger ist auch der Text nach Beendigung des Spieles.
Die Steiermark ist voller Minarette und Moscheen. Damit das nicht passiert: Am 26. September Dr. Gerhard Kurzmann wählen.
Die Beschuldigten seien sich bewusst gewesen, damit gegen Mitglieder der islamischen Religionsgemeinschaft im Sinne einer tendenziösen Aufreizung zum Hass und zur Verachtung zu hetzen.
Das dem Spiel zugrunde liegende Marketingkonzept sei einfach und stupide gehalten, um dadurch die in der Bevölkerung vor allem durch Anschläge islamistischer Terroristen in New York, Madrid und London bestehende Ängste vor fundamentalistischen und extremistischen Strömungen zu verstärken.

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(kurier) Erstellt am
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